Drama um Dresdner Barockschloss: OB Hilbert macht Übigau zur Chefsache





Das Schloss Übigau im gleichnamigen Stadtteil wird seit Jahren von der 
Besitzerin sich selbst überlassen
Das Schloss Übigau im gleichnamigen Stadtteil wird seit Jahren von der Besitzerin sich selbst überlassen  © Ove Landgraf

Dresden - Seit Jahren dämmert Dresdens Barockschloss Übigau (1726) nutzlos vor sich in. Jetzt macht OB Dirk Hilbert (45, FDP) die Angelegenheit zur Chefsache: Donnerstag reiste er eigens nach Heidelberg zum Krisengipfel mit „Schlossherrin“ Ingrid Schinz (64).

Trotz des Aufwandes: Das Ergebnis lässt sich nur erahnen. Als sei’s ein Treffen mit Staatschefs gewesen, ließ OB Hilbert im Diplomaten-Sprech verlautbaren: „Ich habe bei allen Gesprächspartnern das Interesse und den Willen verspürt, Schloss Übigau zu erhalten und einer sinnvollen Nutzung zu zuführen. Wir haben weitere Gespräche vereinbart.“

Wie viel das tatsächlich wert ist, muss sich zeigen. In den letzten Jahren verliefen etliche Ankündigungen im Sande. Doch der Druck auf die Eigentümerin steigt: Die Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (39, Die Linke) erarbeitet aktuell einen Plan, das Schloss möglicherweise zurückzukaufen. Das Amt für Denkmalschutz prüft regelmäßig vor Ort den Zustand und besteht auf notwendige Sanierungen. Sachsens ehemaliger Landeskonservator Gerhard Glaser (80) hatte sich ebenfalls für das Schloss stark gemacht (MOPO berichtete), und auch die Politik hat den maroden Zustand des Schlosses längst auf dem Schirm.

Seit 1999 ist das Schloss im Besitz der Heidelberger Familie Schinz. Angekündigte Sanierungen oder ein Verkauf blieben seit dem aus.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (45, FDP).
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (45, FDP).  © Norbert Neumann

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