Bauarbeiten an Augustusbrücke verzögern sich um Monate

Dresden - Erneut wurde bei den Bauarbeiten an der Augustusbrücke ein 800 Jahre alter Brückenbogen gefunden. Weil nun umgeplant werden muss, verzögern sich die Bauarbeiten um weitere Monate. Der Fund erlaubt jedoch auch einen erstaunlichen Blick in die Geschichte der Stadt.

Hier wird kräftig gebaut.
Hier wird kräftig gebaut.  © Norbert Neumann

So zeigt der jetzt gefundene Bogen die viel schmalere Brückenkonstruktion der ersten Augustusbrücke. Wo bisher Gleise lagen, war um 1250 die Brücke bereits fast zu Ende. "Viel mehr als zwei Viehwagen haben nicht drüber gepasst", so Reinhard Koettnitz (63), Chef im Straßen- und Tiefbauamt.

Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann hatte seinen Brückenbau von 1731 dann "nur" auf die vorhandene Brücke aufgesetzt und diese verbreitert.

Spannend: Der unter der Erde versteckte Uralt-Brückenbogen war nicht vollständig verfüllt. "Die Last der Straßenbahnen wurde die ganze Zeit von der 800 Jahre alten Brücke getragen", so Koettnitz weiter.

Die Stadt hatte den Bogen übrigens nicht an dieser Stelle vermutet, weil dort Leitungen eingetragen waren. Doch um 1910 wurden die Entwässerungsleitungen einfach durch die Brücke getrieben.

Der aktuelle Zeitplan: Im Frühjahr 2019 soll die Oberstrom-Seite der Elbquerung fertig sein. Danach wird die untere Hälfte komplett saniert. Ende 2019 sollen die Strabas wieder fahren, im Frühjahr 2020 könnte die Brücke fertig sein. Ursprünglich war eine Fertigstellung im Sommer 2019 geplant. Die Kosten bleiben weiterhin bei 25 Millionen Euro.

Reinhard Koettnitz (63), Chef im Straßen- und Tiefbauamt, zeigt den gerade freigelegten Brückenbogen.
Reinhard Koettnitz (63), Chef im Straßen- und Tiefbauamt, zeigt den gerade freigelegten Brückenbogen.  © Norbert Neumann

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