Ferdinandplatz: Verträgt Dresden einen zweiten Rathausturm?

Dresden - Wie hoch darf in Dresden gebaut werden? Und: Braucht die Verwaltung einen zweiten Rathausturm? Die Kritik am neuen Verwaltungszentrum auf dem Ferdinandplatz samt 60 Meter hohem Turm wird immer lauter.

Linken-Bauexperte Tilo Wirtz (51) akzeptiert die bisherigen Planungen auf dem Ferdinandplatz nicht.
Linken-Bauexperte Tilo Wirtz (51) akzeptiert die bisherigen Planungen auf dem Ferdinandplatz nicht.  © Eric Münch

Die Stadt drückt im Gegenzug aufs Tempo.

Als Erste öffentlich lehnt die Linke den neuen Rathausturm ab. Hauptkritikpunkt: "Es geht um die Wirkung in der Stadtsilhouette. Ein 60 Meter hoher Turm wäre eine einschneidende Veränderung. Es ist ein Unding, dass das bisher keine Beachtung fand", so Tilo Wirtz (51).

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) unterstützt die Linke in seltener Einigkeit. "Warum braucht die Stadt einen zweiten Rathausturm? Die Gefahr besteht, dass innerhalb kürzester Zeit noch mehr Hochhäuser genehmigt werden müssten", so Vereins-Chef Torsten Kulke (53).

Möglichkeiten, die Pläne zu stoppen, gibt es. Sowohl der Bebauungsplan als auch der Ankauf eines überteuerten "Schikaniergrundstückes" auf dem Ferdinandplatz müssen im Rat beschlossen werden.

So soll das neue Rathaus laut einer ersten Visualisierung aussehen.
So soll das neue Rathaus laut einer ersten Visualisierung aussehen.  © Barcode Architects

Doch Umplanungen kosten Zeit, die Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne) glaubt, nicht zu haben: "Wir haben momentan mit Blick auf den Einzug 2025 ein paar Monate Luft, die sollten wir aber nicht schon bei den Planungen am Anfang riskieren.“

Platzt die Terminkette, "müssten wir die Vorlage über die Interimsunterbringung großer Teile der Verwaltung wieder in den Geschäftsgang einbringen“. Umweltamt und Straßen- und Tiefbauamt müssten in Container ziehen.

Übrigens: Montag (30.10., 18 Uhr, Festsaal Stadtmuseum) diskutiert die GHND die Frage "Braucht Dresden Hochhäuser?" unter anderem mit Denkmalschützern und dem Baubürgermeister.

GHND-Vereinschef Torsten Kulke (53) lädt Montag zum Vortrag "Braucht Dresden Hochhäuser?"
GHND-Vereinschef Torsten Kulke (53) lädt Montag zum Vortrag "Braucht Dresden Hochhäuser?"  © Steffen Füssel

Titelfoto: Barcode Architects


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