Dresdens neuer Bautrend: Überall wird in Heime investiert

Dresden - Der Bau-Boom in Dresden: Kräne ragen in allen Vierteln in die Höhe, immer mehr Lücken schließen sich.

Seniorenheim für 15 Millionen Euro in Klotzsche: "Deutsche Wohnen"-Manager Malte Maurer (55, v.l.) mit Prokuristin Annett Pohler (49) und ihrem Kollegen Jochen Schellenberg (63), Chef der Betreiberfirma "Katharinenhof".
Seniorenheim für 15 Millionen Euro in Klotzsche: "Deutsche Wohnen"-Manager Malte Maurer (55, v.l.) mit Prokuristin Annett Pohler (49) und ihrem Kollegen Jochen Schellenberg (63), Chef der Betreiberfirma "Katharinenhof".  © Eric Münch

Doch nicht nur Wohnhäuser und Kitas füllen die einstigen Brachen: Auch Seniorenheime schießen an gefühlt jeder Ecke empor! Im Norden startete jetzt der Bau einer 15 Millionen Euro-Anlage.

In Klotzsche wurde Dienstag erster Spatenstich an der Königsbrücker Landstraße gefeiert. Das neue Seniorenheim mit 102 Pflegeplätzen und 25 Wohnungen soll 2020 öffnen. Jochen Schellenberg (63) ist Chef der Betreiberfirma "Katharinenhof" (Sitz in Berlin, sieben Seniorenheime in Sachsen): "Es gibt immer mehr ältere Menschen, auch die Gruppe der über 85-Jährigen wächst überproportional."

Lag der Altersschnitt 1990 noch bei "jungen" 39 Jahren, sind wir jetzt durchschnittlich schon 42,9 Lenze alt. Und 2030 wird er laut städtischer Prognose bei 43,2 Jahren liegen. "Der Bedarf an neuen Seniorenwohnanlagen ist riesig", sagt Malte Maurer (55) von der börsennotierten "Deutsche Wohnen", die auch das neue Heim in Klotzsche baut. Der Manager glaubt: "In Dresden werden 2030 weit über 1000 Pflegeplätze fehlen".

So soll die Anlage aussehen, wenn sie 2020 eröffnet wird.
So soll die Anlage aussehen, wenn sie 2020 eröffnet wird.  © Katharinenhof Seniorenwohn- und Pflegeanlage Betri

Aktuell leben 6573 Dresdner in Seniorenheimen. Weitere 558 Pflegeplätze kommen in naher Zukunft hinzu. Im Januar eröffnet die Seniorenresidenz Pohlandplatz mit 122 Pflegeplätzen und sechs Appartements für betreutes Wohnen.

Gerade begonnen haben die Bauarbeiten in Blasewitz nahe Schillerplatz. Die "Karasvillen" mit 44 Senioren-Wohnungen sollen Ende nächsten Jahres fertig werden.

Trotz aller Neubauten wird die Stadt in den nächsten Jahren unter den Empfehlungen des Sozialministeriums liegen (für jeden fünften über 80-Jährigen sollte ein Pflegeplatz eingeplant werden).

"Aber daraus leiten wir nicht zwangsweise ab, dass immer mehr stationäre Pflegeplätze entstehen müssen", so Stadtsprecher Karl Schuricht. "Denn die meisten Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben."

Benötigt würden darum bezahlbare seniorengerechte Wohnungen (barrierearm, altersgerechtes Wohnumfeld). Auch darum hat die Stadt gerade erst im Rathaus eine Beratungsstelle für altersgerechtes Wohnen eingerichtet, ein Wegweiser für Bürger, Investoren und Vermieter.

Nahe Schillerplatz starteten jetzt die Bauarbeiten für die "Karasvillen" mit 44 Wohnungen für Senioren.
Nahe Schillerplatz starteten jetzt die Bauarbeiten für die "Karasvillen" mit 44 Wohnungen für Senioren.  © Eric Münch
Die Seniorenresidenz Pohlandplatz in Striesen eröffnet im Januar.
Die Seniorenresidenz Pohlandplatz in Striesen eröffnet im Januar.  © Eric Münch

Titelfoto: Eric Münch


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