Bautzner Straße wieder frei: Auch Straßenbahnen fahren wieder

Dresden - Auch an diesem Montag gehen die Arbeiten des Technischen Hilfswerks am einstürzgefährdeten Lahmann-Gebäude weiter. Die Bautzner Straße bleibt deshalb bis auf Weiteres gesperrt. Es droht ein Verkehrschaos.

Die Wand des Gebäude wurde mit einem Bagger abgestützt.
Die Wand des Gebäude wurde mit einem Bagger abgestützt.  © Roland Halkasch

Seit Freitagabend versuchen mehr als 40 Helfer, das Lahmann-Sanatorium am Weißen Hirsch zu sichern. Weil ein Dachträger sich witterungsbedingt aus seiner Auflage gelöst hatte, hat sich eine Wand des Gebäudes nach außen geneigt. Es besteht Einsturzgefahr.

Im Rahmen der Abstützarbeiten war die B6 zwischen Schiller- und Grundstraße voll gesperrt worden. Da starker Schneefall die Arbeit am Sonntag behindert und verzögert hatte, bleibt die Sperrung auf einer der Hauptverkehrsstraßen durch Dresden vorerst bestehen.

Wie lange dieser Zustand anhalten wird, war zuletzt noch nicht absehbar. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind Tag und Nacht im Einsatz. Auch eine Kranfirma ist vor Ort. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, soll es auf jeden Fall gerettet werden.

Bereits am Wochenende war es zu massiven Verkehrsbehinderungen gekommen. Vor allem auf der Grundstraße staute es sich. Auch am Montagmorgen stockte es auf der Umleitungsstrecke stadteinwärts bereits früh, im Berufsverkehr ist mit massiven Staus zu rechnen.

Im Netz der Dresdner Verkehrsbetriebe kam es zu ebenfalls Behinderungen. Die Linie 11 Richtung Bühlau war schon am Wochenende ab der Bautzner über Sachsenallee und Schillerplatz umgeleitet worden. Auch ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Am Morgen twitterten die DVB allerdings, dass der Ersatzbus zwischen Waldschlösschen und Mordgrundbrücke derzeit nicht verkehren könne. Aufgrund des Matschwetters hat sich die Lage noch verschärft.

Update 8.45 Uhr: Die Bautzner Straße ist für Autos wieder freigegeben. Die Bahnen der Linie 11 fahren allerdings (noch) nicht. Wie die DVB bei Twitter mitteilten, soll es aber nicht mehr lange dauern. Die Schienen müssen zunächst wieder von Schnee und Eis befreit werden. Immerhin sind die Busse zwischen Waldschlösschen und Mordgrundbrücke wieder unterwegs.

Update 9.15 Uhr: Inzwischen fahren wieder Busse bis nach Bühlau, allerdings kommen diese nur langsam voran, deshalb verkehren sie noch nicht im 10-Minuten-Takt.

Update 16.30 Uhr: Inzwischen fährt auch die Straßenbahnlinie 11 der DVB wieder durchgängig bis Bühlau. Der Ersatzverkehr mit Bussen und die zwischenzeitlich eingesetzte Pendelbahn zum Waldschlösschen entfällt damit.

Seit Montagmorgen wurden die vereisten und verschneiten Schienen entlang der gesperrten Strecke sowie der gesamten Bautzner Straße gesäubert. Anschließend prüften Techniker alle Fahrleitungsanlagen, die wegen des fast drei Tage fehlenden Fahrbetriebs ebenfalls stark vereist waren.

Nachdem der Eispanzer entfernt und die Probefahrten mit einem Tatra-Zug erfolgreich waren, gab der Betriebsleiter die Strecke wieder frei. Die Straßenbahnlinie 11 nahm ab 12.25 Uhr ihren gewohnten Betrieb wieder auf.

Die Linie war seit 1. Februar, 20.05 Uhr, wegen des einsturzgefährdeten Gebäudes an der Bautzner Straße unterbrochen. Die Straßenbahnen fuhren dann ab Bautzner/Rothenburger Straße über Albertbrücke, Sachsenallee, Schillerplatz zur neuen Gleisschleife in Tolkewitz.

Auf der Strecke nach Bühlau fuhren Ersatzbussen und seit Sonnabend auch eine Straßenbahn, die zwischen Bahnhof Neustadt und dem Waldschlösschen pendelte. Fahrgäste aus Bühlau wurden auf die Buslinie 61, die vom Weißen Hirsch auf die Standseilbahn verwiesen. Während der Sperrzeit genügte dort zur Mitfahrt auch ein einfacher Einzelfahrschein.

Das THW kämpfte am Sonntag pausenlos mit dem Schnee.
Das THW kämpfte am Sonntag pausenlos mit dem Schnee.  © Roland Halkasch
Das Gebäude des ehemaligen Lahmann-Sanatorium ist einsturzgefährdet.
Das Gebäude des ehemaligen Lahmann-Sanatorium ist einsturzgefährdet.  © Roland Halkasch

Titelfoto: Roland Halkasch

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