Bautzner Straße voll gesperrt: Kann THW das Lahmann-Gebäude vor Einsturz retten?

Dresden - Mit Hochdruck arbeitet das Technische Hilfswerk (THW) an der Rettung des einsturzgefährdeten Gebäudes im Lahmann-Sanatorium auf dem Weißen Hirsch. Daraufhin wurde die Bautzner Straße voll gesperrt (TAG24 berichtete).

Für die Sicherungsarbeiten am Lahmann-Sanatorium wurde das Technische Hilfswerk um Unterstützung gebeten.
Für die Sicherungsarbeiten am Lahmann-Sanatorium wurde das Technische Hilfswerk um Unterstützung gebeten.  © Ove Landgraf

Am Freitagabend war bekannt geworden, dass eine in Richtung Bautzner Straße gehende Außenwand des Gebäudes einzustürzen drohte. Dies hätte vermutlich zur Folge, dass das gesamte Bauwerk in sich zusammenbricht.

Gegen 20.30 Uhr wurde das THW um Unterstützung für die Sicherung des Gebäudes gebeten. Nach einer Begutachtung der Situation vor Ort war klar, ein Dachträger hatte sich witterungsbedingt aus seiner Auflage gelöst und drückte nun von Innen gegen die Mauer. Diese hatte dem Druck bereits nachgegeben und sich um etwa 15 Zentimeter nach Außen geneigt, erklärte THW-Pressesprecher Ralf Mancke gegenüber TAG24.

Nach Rücksprache mit den Statikern wurde gegen 23 Uhr damit begonnen, Sicherungsmaßnahmen zu treffen, um das Gebäude zu retten. Es wurde Unterstützung durch die THWs in Dippoldiswalde, Chemnitz und Radebeul angefordert.

Eine Gondel wurde am Kran befestigt und zu dem einsturzgefährdeten Haus gehoben.
Eine Gondel wurde am Kran befestigt und zu dem einsturzgefährdeten Haus gehoben.  © Roland Halkasch

Jeweils 40 Einsatzkräfte sind seitdem im Schichtbetrieb im Einsatz. Zwei Kräne wurden angefordert. An einen wurde eine Gondel angehängt, in der sich Mitarbeiter zum Dach heben ließen. Dieses wurde zunächst aufgeschnitten. Durch die so entstandene Öffnung wurde die Gondel in den Innenraum des Gebäudes abgelassen. Ein zweiter Kran hob einen Pfeiler hinein, der unter den sich gelösten Dachträger geklemmt wurde, um ihn abzustützen und damit den Druck von der Außenwand zu nehmen. Dies ist inzwischen abgeschlossen.

Nun soll eine THW-Spezialgruppe aus Chemnitz ("Aufstützsystem Holz") die einsturzgefährdete Wand von Außen mit Holz stützen und sichern. Diese Arbeiten sollen laut des THW-Sprechers voraussichtlich bis zum Samstagabend beendet sein. Dann kann die Bautzner Straße auch wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Derzeit gibt es wegen der Vollsperrung der Strecke vor allem auf der Grundstraße massive Staus. Auch die Straßenbahnen fahren nicht. Wie die DVB mitteilten, wird die Linie 11 in Richtung Bühlau ab der Bautzner/Rothenburger über die Sachsenallee, den Schillerplatz zur Endhaltestelle Tolkewitz umgeleitet.

Zwischen Albertplatz und Mordgrundbrücke ist ein Ersatzbus im Einsatz. Außerdem kann die Standseilbahn mit jedem Fahrschein genutzt werden.

Die Bautzner Straße ist die wichtigste Einfallstraße für den Verkehr aus dem Dresdner Nordosten bzw. dem Schönfelder Hochland. Undenkbar, denn die Straße noch am Montag früh gesperrt wäre. Dann müsste der ganze Verkehr über das Blaue Wunder umgeleitet werden, das jetzt schon morgens zwischen 7 und 8.30 Uhr im Stau erstickt.

Aus der Gondel öffneten die THW-Mitarbeiter das Dach, um so in den Innenraum zu gelangen und den abgesackten Dachträger zu festigen.
Aus der Gondel öffneten die THW-Mitarbeiter das Dach, um so in den Innenraum zu gelangen und den abgesackten Dachträger zu festigen.  © Roland Halkasch
Das THW ist mit einem Holzstützsystem angerückt, welches an die einsturzgefährdete Außenwand sichern soll.
Das THW ist mit einem Holzstützsystem angerückt, welches an die einsturzgefährdete Außenwand sichern soll.  © Ove Landgraf
Der einsturzgefährdete ehemalige große Speisesaal des Lahmann-Sanatorium von Innen (Archivbild).
Der einsturzgefährdete ehemalige große Speisesaal des Lahmann-Sanatorium von Innen (Archivbild).  © Ove Landgraf

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