Ab 515 Euro pro Monat aufwärts! Mindestlohn für Sachsens Azubis

Berlin/Dresden - Azubis sollen künftig besser bezahlt werden - dank eines Azubi-Mindestlohnes von 515 Euro im ersten Lehrjahr. Das beschloss der Bundestag. Das ist zu hoch, findet die Handwerkskammer.

Wer 2020 mit einer Lehre startet, profitiert vom neuen Azubi-Mindestlohn.
Wer 2020 mit einer Lehre startet, profitiert vom neuen Azubi-Mindestlohn.  © dpa/Jan Woitas

Jeder, der im kommenden Jahr eine Lehre beginnt, soll nun mindestens 515 Euro im ersten Lehrjahr bekommen. Der Betrag wird in den folgenden Jahren schrittweise erhöht auf bis zu 620 Euro monatlich im ersten Lehrjahr. Auch im zweiten und dritten Ausbildungsjahr gibt's mehr.

Manuela Salewski, Vize-Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Dresden, findet eine ordentliche Bezahlung zwar gut. "Allerdings ist die Mindestausbildungsvergütung für eine Reihe von Gewerken und Regionen zu hoch." Betriebe müssten an anderer Stelle entlastet werden.

Ganz anders die Industrie- und Handelskammer! Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann: "Die IHK Dresden betreut zurzeit rund 12.000 Ausbildungsverhältnisse. Dahinter stehen 2 600 ausbildende Betriebe. Wir haben uns alle Verträge angeschaut. Im Ergebnis liegen weniger als zwei Prozent unter den neuen Mindestgrenzen und müssen nachjustieren."

Denn wegen des Fachkräftemangels hätten die Betriebe ihre Angebot längst attraktiver gestaltet. Bundesweit können rechnerisch 89.000 junge Menschen vom Mindestlohn profitieren. So viele Azubis verdienten jedenfalls Ende 2018 weniger als 500 Euro im Monat. Gerade im Osten.

IHK-Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann.
IHK-Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann.  © Steffen Füssel

Titelfoto: dpa/Jan Woitas

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