"Purer Wahlkampf"? Ost-Offensiven von CDU und SPD stoßen auf Kritik

Berlin / Dresden - Purer Wahlkampf? Die Ost-Offensiven von CDU und SPD stoßen auf Kritik. Beide Parteien wollen sich hierzulande für bessere Lebensbedingungen einsetzen.

Ifo-Vize-Chef Joachim Ragnitz (58) hält nicht viel von den Ost-Konzepten.
Ifo-Vize-Chef Joachim Ragnitz (58) hält nicht viel von den Ost-Konzepten.  © DPA / Arno Burgi

Im wichtigen Wahljahr steht nun Ostdeutschland im Fokus: CDU und SPD haben jeweils Konzepte im Präsidium und Vorstand beschlossen. Beide können sich mehr Bundesbehörden im Osten vorstellen, neue Forschungseinrichtungen und mehr Ärzte. Die SPD pocht auf Verbesserungen bei Renten und Bezahlung, die CDU unterstützt eine höhere Grundrente für Geringverdiener.

Kritik kommt vom Vize-Chef des Dresdner ifo Instituts, Joachim Ragnitz (58): Es handle sich um "puren Wahlkampf".

"Populistische Vorschläge wie die Rentenangleichung vorzuziehen oder eine Grundrente für Geringverdiener richten sich unverhohlen an die große Gruppe der Wähler im Rentenalter", sagte er der "Welt".

Dagegen Sachsens SPD-Chef und Vize-MP Martin Dulig (44): "Es kann nicht sein, dass man im Osten 700 Euro weniger verdient." 30 Jahre nach der friedlichen Revolution und den Nachwendeerfahrungen müssten die Ungerechtigkeiten aufgearbeitet werden.

Mit Blick nach Berlin sagte Dulig: "Die Bundespolitik war lange geprägt von einem westdeutschen Blick. Man hatte nicht das Gefühl, dass wir von einer Ostdeutschen regiert werden."

Wirtschaftsminister Martin Dulig (44, SPD) will Respekt gegenüber der Aufbaugeneration nach 1989.
Wirtschaftsminister Martin Dulig (44, SPD) will Respekt gegenüber der Aufbaugeneration nach 1989.  © Thomas Türpe

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