Sechs Deutsche verraten: Hier waren wir, als die Mauer fiel

Dresden/Berlin - Es gibt Tage, die sind so bedeutsam, dass sie für immer im Gedächtnis bleiben. Der 9. November 1989 ist so ein Tag. Die meisten, die ihn damals bewusst erlebt haben, können sich noch heute genau daran erinnern, was sie gemacht haben, als in Berlin die Mauer fiel. Was verbinden Sie heute mit diesem Datum, das nicht nur in der deutschen Geschichte besonders ist.

Kurt Kuippers (70), Kaufmann, Aachen

Ich habe jeden Abend die Nachrichten geschaut und die Demos und die Geschehnisse in der Botschaft in Prag verfolgt. Da war abzusehen, dass es so nicht weitergehen konnte. Dass es dann so schnell ging, hat mich überrascht. Das erste Mal in den Osten gefahren bin ich aber erst vor 15 Jahren.

© Eric Münch

Bertolt Decke (49), Dresden

Ich habe den Tag von der anderen Seite erlebt. Ich war als MfS-Mitarbeiter an diesem Abend auf der Bautzner Straße in Gefechtsbereitschaft. Das war eine totale Scheißsituation. Wir haben dagesessen und gewartet. Man hat ja nicht gewusst, was los ist. Irgendwann hat jemand gesagt, dass die Mauer offen ist. Rückblickend war es richtig, dass es so gekommen ist.

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Kerstin Kahle (60), Erzieherin, Dresden

Ich habe an dem Tag im Kinderheim gearbeitet und war so überrascht wie jeder, dass die Mauer gefallen ist. Einige Kollegen sind dann in den Tagen danach gleich rübergefahren. Uns hat das nicht gedrängt. Wir haben die erste Welle ausgelassen und sind später rüber.

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Günter Ockert (82), Ingenieur, Schwedt

Ich habe an dem Abend vorm Fernseher gesessen. Mein Sohn ist gleich mit dem Zug nach Berlin gefahren und rüber. Ich habe Berlin ja gekannt als die Mauer noch nicht stand, deshalb musste ich das nicht gleich sehen. Ich bin dann erst am 2. Dezember gefahren und habe das Geld geholt.

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Christiane Kersting (62), Betriebswirtin, Frankfurt/Main

Ich habe vor dem Fernseher gesessen und bedauert, nicht in Berlin zu sein an diesem Moment der Zeitgeschichte. Am 4. Januar 1990 war ich dann das erste Mal im Osten und habe danach vier Jahre in Leipzig gelebt. Das war eine sehr spannende Zeit.

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Stefanie Scheumann (41), Dresden

Als Elfjährige war mir damals nicht bewusst was passiert und auf uns zukommt. Ich war noch Jungpionierin und habe nur mitbekommen, dass viele Menschen unterwegs waren. Das erste Mal im Westen war ich mit meinen Eltern als wir in Braunlage das Begrüßungsgeld geholt haben. Davon habe ich einen Kassettenrekorder bekommen.

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