Wird er jetzt für immer weggesperrt? Kinderschänder missbrauchte behinderten Jungen

Dresden - Ein Fall, der fassungslos macht: Seit Jahren missbrauchte Bernd M. (69) immer wieder Kinder und Jugendliche, kam in Haft, saß die Strafen ab, wurde rückfällig. Nun droht dem Schlosser die Sicherungsverwahrung (SV). Darüber entscheidet derzeit das Landgericht Dresden.

Bernd M. (69) sitzt nicht zum ersten Mal im Landgericht Dresden auf der Anklagebank.
Bernd M. (69) sitzt nicht zum ersten Mal im Landgericht Dresden auf der Anklagebank.  © Thomas Türpe

Bernd M. war gerade entlassen, trug eine Fußfessel, durfte Schwimmbäder oder Spielplätze nicht betreten. Er aber kreuzte nicht nur im Dresdner "Elbamare" und im "Wellenspiel" in Meißen insgesamt viermal auf.

Er erschlich sich auch das Vertrauen eines geistig behinderten 16-Jährigen, der den Schlosser bald "Opa" nannte. Bernd M. nutzte das Vertrauen eiskalt aus und vergewaltigte seinen Schützling.

Einmal sogar im Schwimmbad. Zum Glück vertraute sich der Junge seiner Oma an. Wieder kam Bernd M. hinter Gitter und kassierte am Landgericht fünf Jahre Haft.

Doch der Bundesgerichtshof forderte die Dresdner Richter auf, auch über eine Sicherungsverwahrung nachzudenken: Die Bundesrichter sehen den Rechtsfrieden gefährdet, weil Bernd M. wieder rückfällig werden könnte, von den unabsehbaren seelischen Schäden seiner Opfer ganz abgesehen.

Der Rentner erklärte: ,,Ich will Gespräche führen und die Straftat aufarbeiten." Bisher scheiterte dies laut Gutachter an der "mangelnden Motivation" des Angeklagten. In der SV jedenfalls hätte er ausreichend Zeit.

Und er wäre automatisch in der JVA Waldheim untergebracht. Dort will Bernd M. hin - in den Rentnerknast. Der ist auf betagte Kriminelle eingestellt. Es gibt bei Bedarf auch pürierte Mahlzeiten.

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