Betrügerin schlich sich als DRK-Mitarbeiterin in Seniorenheime: 20.000 Euro weg!

Dresden - Fieser geht es nicht. Als angebliche DRK-Mitarbeiterin schlich sich Isabell K. (32) in zahlreiche Altenheime, um den Bewohnern EC-Karten zu klauen. Damit hob die Chemielaborantin insgesamt 19.737 Euro von fremden Konten ab, um das Geld in Spielhöllen zu verzocken. Nun sitzt die Diebin in U-Haft und derzeit vorm Amtsrichter in Dresden.

Isabell K. (32) auf dem Weg in den Gerichtssaal.
Isabell K. (32) auf dem Weg in den Gerichtssaal.  © Thomas Türpe

Tatsächlich war Isabell mal beim DRK in Kamenz als Rettungssanitäterin. "Aus der Tätigkeit kannte ich solche Einrichtungen", so die geständige Angeklagte.

"Ich verlor meinen Job in einem Schichtbetrieb, weil ich nur noch am Spielautomaten saß", sagte die alleinerziehende Mutter, die ihr Kind bei den Eltern "parkte" und für Monate regelrecht abtauchte. "Ich schlief in Pensionen, im Zelt oder im Auto und war immer spielen. Die Sucht musste ich ja irgendwie finanzieren."

So suchte Isabell Einrichtungen in Dresden, Chemnitz, Ohorn, Großröhrsdorf heim. "Ich bin immer unbehelligt reingekommen, das Personal interessierte sich kaum für mich", so die Angeklagte.

Ganz so war es allerdings nicht: Mitarbeiter einer Kurzzeitpflege an der Löbtauer Straße in Dresden sprachen sie an, informierten den Chef, Isabell ging stiften.

Aber sie kreuzte wieder auf, wurde promt vom Heim-Chef abgepasst. Die vermeintliche DRK-Mitarbieterin erklärte ihm, sie hätte im Krankenwagen eine Goldkette gefunden und würde nun die Besitzerin suchen. "Aber der Chef rief die Polizei, erfuhr so ihren Namen, erklärte ihr Hausverbot", so der ermittelnde Kriminalkommissar.

Urteil steht noch aus

Trotzdem gelang es Isabell in jenem Haus die EC-Karte einer Bewohnerin zu klauen und hob 4000 Euro von deren Konto ab. "Ich besorgte Fotos der Banken auf denen die Täterin beim Geldabheben zu sehen ist. Die legte ich dem Chef des Heimes vor. Er erkannte die Frau sofort und er wusste sogar ihren Namen, weil er ihr ja Hausverbot erteilt hatte", berichtet der Polizist.

Dann ging alles ganz schnell: Haftbefehl! Im März wurde Isabell K. verhaftet. Außerdem gab es ein Rundschreiben an alle sächsischen Polizei-Dienststellen, ob es weitere Vorfälle gab. Gab es: Acht listet nun die Anklage auf.

"Und sind nur die Fälle von denen wir wissen", so der Beamte. "Viele alte Menschen bemerken den Diebstahl ja nicht oder bringen ihn nicht zur Anzeige..."

Das Urteil gegen Isabell K. soll im November fallen. Auf Bewährung, das teilte der Richter ihr schon mit, könne die Angeklagte nicht hoffen.

Titelfoto: Thomas Türpe

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