Bitteres Geständnis: Diese Sicherheitslücke im Grünen Gewölbe war lange bekannt

Dresden - Der Millionenraub im Grünen Gewölbe. Digitalforensiker bearbeiten seit Wochen die miesen Kamera-Aufzeichnungen.

Die Aufzeichnungen des Juwelenraubes wurden in schlechter Qualität gefilmt.
Die Aufzeichnungen des Juwelenraubes wurden in schlechter Qualität gefilmt.  © Youtube/Screenshot

Die Aufnahmen sind derart miserabel, dass sie den Ermittlern für ihre Arbeit nicht reichen. Jetzt kam heraus, dass genau die Sicherheitslücke Kamera-System schon lange bekannt und der Austausch geplant war.

Auf Anfrage des Landtagsabgeordneten Rico Gebhardt (56, Linke) zum Stand der technischen Sicherheitsausstattung im Grünen Gewölbe und der Kontrollmaßnahmen teilte Kulturministerin Barbara Klepsch (54, CDU) mit, dass an der Kamera-Überwachung "bei den Überprüfungen im ersten Halbjahr 2019 als zu optimierende Komponenten identifiziert" wurden.

Pikant: Ein Austausch der Kameras war für das Frühjahr 2020 unter Federführung des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB) geplant, wurde aber nun vorgezogen, wie die Ministerin mitteilte.

Auf Anfrage bestätigten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) den Austausch des Kamera-Systems in der alljährlichen Schließzeit des Schlosses zwischen dem 27. Januar und dem 6. Februar im Auftrag des SIB.

Bislang mehr als 1100 Hinweise zum Juwelenraub im Grünen Gewölbe

Um die Mängel des Kamerasystems im Schloss weiß man bei den SKD schon länger.
Um die Mängel des Kamerasystems im Schloss weiß man bei den SKD schon länger.  © Holm Helis

Die Frage stellt sich: Hätte durch einen sofortigen Austausch die Katastrophe eingedämmt werden oder gar ganz vereitelt werden können? Immerhin galt als sicher, dass die Räuber die Schwächen der Sicherungsmaßnahmen kannten.

"Hierzu machen wir im Hinblick auf die derzeit laufenden Ermittlungen keine Angaben", so Staatsanwalt Jürgen Schmidt (44). Grundsätzlich gilt: "Wenn Daten eine höhere Qualität haben, können sie besser ausgewertet werden", so Digitalforensiker Dirk Labudde (54) von der Hochschule Mittweida.

Er und sein Team bearbeiten in einem aufwendigen Verfahren die Kamera-Aufzeichnungen vom Juwelenraub. Über 1100 Hinweise sind bei der Polizei bislang eingegangen. Eine heiße Spur gibt es noch immer nicht.

Der Landtagsabgeordnete Rico Gebhardt (56, Linke) fragte nach.
Der Landtagsabgeordnete Rico Gebhardt (56, Linke) fragte nach.  © dpa/Gregor Fischer
Ministerin Barbara Klepsch (54, CDU) räumte ein, dass der Austausch schon länger geplant war.
Ministerin Barbara Klepsch (54, CDU) räumte ein, dass der Austausch schon länger geplant war.  © xcitepress/ce
Hätte der Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe verhindert werden können?
Hätte der Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe verhindert werden können?  © SKD
Der Digitalforensiker Dirk Labudde (54, links) und sein Team bearbeiten die Kamerabilder.
Der Digitalforensiker Dirk Labudde (54, links) und sein Team bearbeiten die Kamerabilder.  © dpa/Hendrik Schmidt

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