Gedenken zum 13. Februar: Musik gegen das Vergessen

Michael Sanderling, Chefdirigent der Dresdner Philharmonie (links). Philippe Herreweghe leitet das Symphoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle.
Michael Sanderling, Chefdirigent der Dresdner Philharmonie (links). Philippe Herreweghe leitet das Symphoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle.  © Steffen Füssel / Imago

Dresden - Der 13. Februar, er ist das sensibelste Datum für Dresden, an dem stets um die politische Deutungshoheit über die Bombennächte von 1945 gerungen wird. Eindeutig positioniert pflegen Philharmonie und Staatskapelle mit ihren Gedenkkonzerten ein Erinnern im Zeichen der Versöhnung, am Dienstag in Kulturpalast und Semperoper, am Donnerstag in der Frauenkirche.

Leichte Unterhaltung steht nie auf dem Programm, wenn die Orchester der Zerstörung Dresdens kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs gedenken. Die Philharmonie widmet sich unter Leitung ihres Chefdirigenten Michael Sanderling unter anderem mit der Sinfonie Nr. 13 von Dmitri Schostakowitsch einem Werk, das Anklage gegen Gräuel ist, aber auch Aufbäumen gegen Vergessen und Leugnen.

Der Titel "Babi Jar" verweist auf auf das gleichnamige Gedicht des Poeten Jewgeni Jewtuschenko, in dem dieser 1961 das Massaker der Wehrmacht an mehr als 33.000 Juden an diesem Ort thematisierte - und die Weigerung der Sowjetunion, diesem Verbrechen ein Denkmal zu widmen.

Die Dresdner Frauenkirche steht im Mittelpunkt des Gedenkens, am Donnerstag spielt die Staatskapelle dort Bachs "Johannes-Passion".
Die Dresdner Frauenkirche steht im Mittelpunkt des Gedenkens, am Donnerstag spielt die Staatskapelle dort Bachs "Johannes-Passion".  © Matthias Creutziger

Von Schostakowitsch ein Jahr später vertont, wurde die Sinfonie selbst zum Politikum.

Erst 1970 konnte sie in der Originalfassung aufgeführt werden. Die Dresdner Philharmonie spielt sie am Dienstag, 19.30 Uhr, im Kulturpalast (Tickets: 29 bis 39 Euro).

Mit der "Johannes-Passion" von Johann Sebastian Bach gibt auch die Sächsische Staatskapelle unter Leitung von Philippe Herreweghe ein Werk über Leid, Sünde und Schuld. Es ist das 6. Symphoniekonzert der Spielzeit und gleichzeitig Gedenkkonzert, wie es das Orchester seit 1951 jeweils am 13. und 14. Februar aufführt.

Zu hören am Dienstag (19 Uhr, live in MDR-Klassik und MDR-Kultur) und am Mittwoch (20 Uhr) in der Semperoper (Tickets: 36 bis 82 Euro) sowie am Donnerstag um 20 Uhr zum Jahrestag ihrer damaligen Zerstörung in der Frauenkirche (Tickets: 17 bis 62 Euro).


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