Bomben-Entschärfung in Dresden: So hart war das Leben in der Notunterkunft

Dresden - Nach der zweiten Nacht in der Notunterkunft drohte bei vielen Betroffenen, die in der Messe untergekommen waren, die Stimmung zu kippen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (46, FDP) schaute sich die Notunterkunft in der Messe an. Patric Heinig (25) konfrontierte ihn mit Problemen der Betroffenen.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (46, FDP) schaute sich die Notunterkunft in der Messe an. Patric Heinig (25) konfrontierte ihn mit Problemen der Betroffenen.  © Norbert Neumann

"Wir hatten Gott sei Dank unser Auto in der Nähe, haben dort übernachtet", sagt Annett Schönfeld (46). "Unseren fünfjährigen Sohn haben wir aber in die Kita gebracht, damit wenigstens er vernünftig versorgt ist und essen bekommt. Es zerrte an meinen Nerven."

Oberschullehrer Klaus Peter (62) musste mit seiner Familie ebenfalls in der Messe ausharren. "Es gab für uns kaum Informationen zum Geschehen und was geplant ist."

Als Oberbürgermeister Dirk Hilbert (46, FDP) sich vor Ort ein Bild der Lage machte, schlug ihm Unmut entgegen. Keine Infos, schleppende Versorgung, Ungewissheit, wie es weiter geht. "Ich verstehe die Leute, die wissen wollen, wann sie zurück können. Bei allem steht aber die Sicherheit an erster Stelle", sagte er.

Es fehlte den Leuten vor allem an Wechselkleidung. Tierbesitzer machten sich Sorgen um ihre Lieblinge zu Hause. "Unsere Wellensittiche waren gut zwei Tage unversorgt, wir durften nicht rein und niemand sagte uns, wann wir sie wieder versorgen können", bemängelte Patric Einig (25).

Schlafen war für viele in der Notunterkunft schwierig.
Schlafen war für viele in der Notunterkunft schwierig.  © DPA
"Und hoch die Arme!": Damit sich die Senioren der betroffenen Pflegeheime nicht langweilen, gab es Frühsport für alle.
"Und hoch die Arme!": Damit sich die Senioren der betroffenen Pflegeheime nicht langweilen, gab es Frühsport für alle.  © DPA

Titelfoto: Norbert Neumann