Bruchbude bezogen oder Wohnung selbst ruiniert? Mieterpärchen landet vor Gericht

Dresden - Hat dieses Pärchen etwa umsonst gewohnt? Wenn es nach der Staatsanwaltschaft geht, haben Anja S. (33) und ihr Freund Sven Z. (40) zwischen 1. Juni und 31. Oktober 2017 in der Großenhainer Straße eine Zweizimmer-Wohnung gemietet, aber nicht dafür bezahlt. Das Pärchen sieht das allerdings anders.

Anja S. (33) bekam vom Dresdner Amtsgericht eine Geldstrafe aufgebrummt.
Anja S. (33) bekam vom Dresdner Amtsgericht eine Geldstrafe aufgebrummt.  © Thomas Türpe

Die Restaurantfachfrau Anja S. kann sich kaum beherrschen: "So wirklich gewohnt haben wir dort nicht, das ging gar nicht!", platzt es aus ihr heraus.

Ihr Freund Sven versucht, ruhig zu erklären: "In der Wohnung gab es gravierende Mängel", erklärt er. "Der Mietvertrag wurde ganz schnell unterschrieben und das, was wir wollten, stand da nicht drin."

Angeblich war die Wohnung verschimmelt, der Boden demoliert und die Fenster zerschlagen. Das Paar gab an, dass es eine Einigung mit dem Vermieter gab, dass sie alles renovieren, dafür zwei Monate mietfrei bekämen.

Vermieter Otmar H. (65) erinnert sich anders: "Ein Fenster war gesprungen, ansonsten die Wohnung weitgehend in Ordnung", sagt er. "Wenn die beiden renovieren, könnten wir über die Miete reden, hatte ich gesagt.

Aber die beiden haben ja das Gegenteil gemacht. Die Wohnung ist jetzt unvermietbar, es würde über 10.000 Euro kosten, sie wieder zu sanieren."

Doch wer nun recht hatte, entschied das Gericht am Freitag nicht. Beide hatten erst vor kurzem Strafen kassiert, mit denen das Urteil hätte zusammengefasst werden müssen - eingestellt!

Allerdings bekam Anja trotzdem noch eine Geldstrafe von 3 400 Euro. Sie hatte trotz Arbeit HartzIV-Geld kassiert.

Sven Z. (40) hatte Glück, das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt.
Sven Z. (40) hatte Glück, das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt.  © Thomas Türpe

Titelfoto: Thomas Türpe

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