Linken-Chef will Bundeswehr-Werbung verbieten

Linken-Chef André Schollbach ist alles andere als begeistert von öffentlicher Werbung der Bundeswehr.
Linken-Chef André Schollbach ist alles andere als begeistert von öffentlicher Werbung der Bundeswehr.  © Petra Honig

Dresden - Egal ob auf Plakaten, Straßenbahnen oder in Fußballstadien - die Bundeswehr wirbt mittlerweile bundesweit offensiv für einen Eintritt in die Armee. Der Linken stößt das sauer auf. 

Deren Chef André Schollbach (37) will die Militärwerbung auf Strabas und am DDV-Stadion unterbinden lassen.

„Die Bundeswehr wirbt für eine Armee im Kriegseinsatz wie für Kinderriegel, hier werden Gefahren verniedlicht und ein Abenteuercamp-Feeling aufgebaut“, meint Schollbach. 

Eine in Tarnfarben durch Dresden fahrende Straba solle sich nicht wiederholen.

„Die Verkehrsbetriebe sind eine einhundertprozentige Tochter der Stadt. Sie können nicht völlig frei agieren, der Wille der Stadtratsmehrheit muss beachtet werden“, sagt Schollbach. 

Geht es nach ihm, soll künftig auch keine Bundeswehr-Straßenbahn durch Dresden rollen.
Geht es nach ihm, soll künftig auch keine Bundeswehr-Straßenbahn durch Dresden rollen.  © Thomas Türpe

Die Straßenbahnen werden allerdings nicht durch die DVB selber, sondern durch den Werbepartner Ströer beklebt. Den Verkehrsbetrieben bringt das pro Jahr einen Millionenbetrag ein.

„Vertraglich ausgeschlossen ist bisher illegale, sexistische und Parteienwerbung. Wenn der Stadtrat Änderungen einfordert, müssten die Verträge angepasst werden“, so DVB-Sprecher Falk Lösch. Die Folge wären finanzielle Einbußen.

Auch das als Bundeswehr-Karriere-Cup bezeichnete Vorbereitungsturnier von Dynamo-Dresden war Schollbach ein Dorn im Auge. 

"Die Stadt finanziert in Teilen das Stadion und den Verein, wir wollen eine Sensibilität dafür erreichen, das nicht alles gemacht wird, was Geld bringt.“

Titelfoto: Thomas Türpe


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