Darum werden in Sachsen die Ferienjobs knapp

Dresden/Chemnitz - Botengänge, Regale füllen, Zeitungen austragen: Einer Umfrage des Landesschülerrates zufolge hat fast jeder vierte Schüler in Sachsen schon einmal in den Ferien gejobbt. Doch mittlerweile werden die Ferienjobs in Sachsen rar.

Eis gefällig? Viele Jugendliche wollen sich im Sommer was dazuverdienen. Doch Ferienjobs für Schüler sind rar.
Eis gefällig? Viele Jugendliche wollen sich im Sommer was dazuverdienen. Doch Ferienjobs für Schüler sind rar.  © DPA

"Die Nachfrage nach Ferienjobs ist größer als die Angebote", sagt Frank Vollgold (37) von der Arbeitsagentur in Chemnitz. "Die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzes lassen einen flexiblen Einsatz kaum zu." Die Schüler hätten zudem keine Fahrzeuge, keinen Führerschein. Deshalb griffen Firmen eher auf Studenten zurück.

Das Angebot an Ferienjobs ist seit dem Aufkommen geringfügiger Beschäftigung wie den 450-Euro-Jobs deutlich weniger geworden, sagt Lars Fiehler (47) von der IHK Dresden: "Oft kommen Ferienjobs nur noch durch Vermittlung der Eltern oder engen Freunden zustande."

Werden Pauschalkräfte für saisonale Hochphasen wie etwa Biergärten oder Abfederung während des Urlaubs von Angestellten gesucht, würden Volljährige wie Studenten deutlich bevorzugt. "Interessant wird es eigentlich erst für Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren. Da gibt es weniger Einschränkungen."

Ferienjobs könnten ohnehin nur leichte Tätigkeiten sein wie Gartenarbeiten, das Auffüllen von Regalen im Einzelhandel, leichte Arbeiten in der Gastronomie, Botengänge. Schwere körperliche oder gefährliche Tätigkeiten sind für Jugendliche verboten.

Für unter 18-Jährige gelte der Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde nicht, erläutert Fiehler. Die Bezahlung müssten die jungen Leute individuell aushandeln.


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