Dresden oder Chemnitz: Wer wird 2025 zur Hauptstadt?

Dresden/Chemnitz - Das Ziel ist klar: "Kulturhauptstadt 2025"! Sowohl Dresden als auch Chemnitz kämpfen um den Prestigetitel. Auf beiden Seiten fließt bereits Geld in Projekte und die Ausarbeitung der Bewerbung.

Verwaltet für 13 Projekte einen Etat von 225 000 Euro: Stephan Hoffmann (44), Leiter des Dresdner Kulturhauptstadtbüros.
Verwaltet für 13 Projekte einen Etat von 225 000 Euro: Stephan Hoffmann (44), Leiter des Dresdner Kulturhauptstadtbüros.  © Petra Hornig

Was sie ausgeben - Allein für die Zusammenstellung der Bewerbung macht die Stadt Chemnitz rund 1,2 Millionen Euro locker. In Dresden rechnet man mit etwas mehr. Etwa 1,4 Millionen hat man hier veranschlagt. Fällig ist das fertige Papier übrigens im Herbst 2019.

Was sie tun - In beiden Städten sind bereits erste Projekte zum Thema Kulturhauptstadt angelaufen. Sowohl in Dresden als auch in Chemnitz gibt es so genannte Mikroprojekte. Sie sind eine Art Testballon. Was gut ankommt, wird vielleicht in den Programmkatalog der Bewerbung aufgenommen.

"Wir haben insgesamt 13 Projekte ausgewühlt", sagt Stephan Hoffmann (44), er leitet das "Kulturhauptstadtbüro" in Dresden. Rund 225.000 Euro lässt die Stadt dafür springen.

Elf solcher Projekte gibt's in diesem Jahr in der Konkurrenzstadt. "2018 stehen 25.000 Euro zur Verfügung", so der Chemnitzer Kulturbetriebsleiter Ferenc Csák (42).

Wie sie gewinnen wollen - Chemnitz setzt auf Kulturbotschafter. Davon gibt es fünf. Allesamt Bürger der Stadt. "Die Kulturbotschafter werden Ideen des Programmrates in ihren Netzwerken diskutieren und umgekehrt Ideen aus der Stadtgesellschaft in den Programmrat einbringen.

Das Konzept, mit dem sich Chemnitz um den Titel bewirbt, soll authentisch sein, zur Stadt passen und eine nachhaltige Wirkung entfalten."

Chemnitz steckt allein 1,2 Millionen Euro in die Bewerbung: Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (56) und Kulturbetriebsleiter Ferenc Csák (42).
Chemnitz steckt allein 1,2 Millionen Euro in die Bewerbung: Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (56) und Kulturbetriebsleiter Ferenc Csák (42).  © Petra Hornig

Dresden setzt ebenfalls auf Bürgerbeteiligung, allerdings breiter aufgestellt. "Wir haben den Bürgern von Beginn an die Möglichkeit gegeben, sich einzubringen", sagt Hoffmann.

"Aktuell etwa mit der Befragung zu den 'Orten des Miteinanders'. Mehr als 300 Meldungen sind dabei eingegangen." Das Ergebnis, 25 Orte werden ausgewählt und ab dem Sommer bespielt, wird Mitte März veröffentlicht.

Wie ihre Chancen stehen - Wer wohl am Ende das Rennen macht? Eine von beiden - oder keine von beiden. Denn neben den beiden sächsischen Städten gehen unter anderem auch Nürnberg, Gera und Magdeburg ins Rennen.

"Kulturhauptstadt wird man nur gemeinsam", sagt Ferenc Csák. "Derzeit ist der absolut richtige Zeitpunkt, ein solches Vorhaben zu starten. Wichtig ist, eine Idee zu entwickeln, die das Besondere unserer Stadt als Teil Europas zeigt."

Stephan Hoffmann findet, dass jede Stadt ihre eigene Geschichte genau entwickeln muss. "Für uns steht die Frage nach dem Miteinander in unserer Stadt im Vordergrund. Welches Konzept am Ende gewinnt, wird sich zeigen."

Steckt allein 1,4 Millionen Euro in die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025: Dresden mit dem berühmten Goldenen Reiter auf der Hauptstraße.
Steckt allein 1,4 Millionen Euro in die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025: Dresden mit dem berühmten Goldenen Reiter auf der Hauptstraße.  © Eric Münch
Auch die Stadt Chemnitz mit ihrem berühmten Karl-Marx-Monument im Zentrum bewirbt sich als Kulturhauptstadt 2025.
Auch die Stadt Chemnitz mit ihrem berühmten Karl-Marx-Monument im Zentrum bewirbt sich als Kulturhauptstadt 2025.  © Imago

Titelfoto: Petra Hornig


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