Dächer abgedeckt, Kita evakuiert: So pustete "Sabine" Sachsen durch

Dresden/Chemnitz/Leipzig - Sturmtief "Sabine" blies - gemessen an anderen Regionen - in Sachsen moderat, aber ihr Atem war dafür lang. Sie hinterließ abgedeckte Dächer, umgefallene Laster, gefällte Bäume und Strommasten.

Das Dach der Kita "Märchenland" in Netzschkau wurde durch Sturmböen abgedeckt.
Das Dach der Kita "Märchenland" in Netzschkau wurde durch Sturmböen abgedeckt.  © Igor Pastierovic

Auf dem Fichtelberg hatte "Sabine" gehalten, was vorausgesagt worden war. Mit 172 Stundenkilometern erreichte sie Spitzengeschwindigkeiten in Sachsen. Die Ski- und Winterwanderwege waren Montag gesperrt, der Liftbetrieb eingeschränkt.

Doch auch in niederen Landstrichen blies sie folgenreich: Auf der B 169 bei Zeithain warf eine Böe gegen 4.30 Uhr einen MAN-Brummi samt Anhänger um. Der Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Die Kameraden der Feuerwehr Zeithain und weiterer Wehren waren zur Bergung des Fahrzeugs im Einsatz. Die Straße war mehr als drei Stunden voll gesperrt.

68 Mal rückte die Feuerwehr allein im Landkreis Meißen aus. In Dresden bewältigten die Kameraden bis Montagmorgen, 8.20 Uhr, 48 Sturmeinsätze. Bis dahin hatte es zum Glück keine Verletzten gegeben.

In einem Mercedes-Sprinter in Dresden-Gorbitz saß niemand drin, als ein Baum auf das Auto stürzte.

Dach einer Turnhalle abgedeckt

Die Feuerwehr sammelt in Netzschkau Dachteile ein. Niemand wurde verletzt.
Die Feuerwehr sammelt in Netzschkau Dachteile ein. Niemand wurde verletzt.  © Igor Pastierovic

Doch "Sabine" hatte tatsächlich einen langen Atem. Montag sie auch tagsüber noch einmal zu: In Niederlauterstein bei Marienberg deckten Orkanböen gegen 11.30 Uhr das fast neue Dach einer Turnhalle ab. Der Großteil des Blechdaches hatte sich gelöst und verteilte sich auf einer Wiese. Verletzt wurde niemand.

In Netzschkau im Vogtlandkreis musste die Kita "Märchenland" Montagvormittag evakuiert werden. Der Sturm hatte das Kita-Dach fast ganz abgedeckt. Die 60 Kinder blieben unverletzt. Sie wurden im Feuerwehrhaus gegenüber betreut, bis ihre Eltern sie abholten.

Am Flughafen Leipzig fielen zwar 15 Flüge aus - hier wurden bis zu 102 Kilometer Geschwindigkeit des Sturms gemessen - dennoch war der Schaden im Gebiet der Messestadt eher moderat. 85 Einsätze hatte die Feuerwehr, darunter viele gestürzte Bäume.

Auch in der Lausitz hielt sich das Sturmtief zurück. Dort nahm die Länderbahn am Nachmittag den stillgelegten Zugverkehr wieder auf. Wegen Sturms fuhren die Züge mit verminderter Geschwindigkeit.

Keine Entwarnung am Dienstag

Entwarnung wird auch am heutigen Dienstag nicht gegeben. "Sabine" macht weiter: Es werden Sturmböen bei Windstärke neun bis zehn, im Gebirge bis zwölf erwartet. "Wir rechnen zudem mit starken Schauern und Graupelfall", so Sebastian Balders vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig.

Auch am Mittwoch wird noch mit Böen bis Windstärke acht gerechnet.

In Oberlungwitz knickte ein Telefonmast ab.
In Oberlungwitz knickte ein Telefonmast ab.  © Andreas Kretschel
Der Wind riss den Brummi in Zeithain um.
Der Wind riss den Brummi in Zeithain um.  © FW Zeithain
Ein neues Dach flog in Niederlauterstein von einer Turnhalle.
Ein neues Dach flog in Niederlauterstein von einer Turnhalle.  © Bernd März
In Chemnitz musste ein Dach vor dem Fall gesichert werden.
In Chemnitz musste ein Dach vor dem Fall gesichert werden.  © Haertelpress
Zum Glück saß in Dresden niemand in dem Auto.
Zum Glück saß in Dresden niemand in dem Auto.  © Roland Halkasch
Auf der B 180 in Gersdorf blockierte eine Fichte die Fahrbahn.
Auf der B 180 in Gersdorf blockierte eine Fichte die Fahrbahn.  © Andreas Kretschel

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