Postkarten sind noch lange nicht abgeschrieben

Dresden/Chemnitz - Trotz Facebook, WhatsApp & Co sind während der Urlaubszeit handgeschriebene Ansichtskarten noch immer beliebt.

Zwei Frauen sehen sich Postkarten an einem Stand in der Dresdner Altstadt an.
Zwei Frauen sehen sich Postkarten an einem Stand in der Dresdner Altstadt an.  © Monika Skolimowska/dpa

Die Deutsche Post hat 2017 rund 195 Millionen Postkarten transportiert - nur rund fünf Millionen weniger als im Jahr zuvor.

Seit 1870 werden in Deutschland Postkarten verschickt. "Der Abschwung der Postkarte hat nicht erst mit WhatsApp begonnen", sagt der Direktor des Institutes für Kommunikationswissenschaft an der TU Dresden, Lutz Hagen.

Schon in den 1950er-Jahren habe sich deren Zahl etwa halbiert. "Mehr Menschen konnten sich Auslandsreisen leisten. Fremde Städte waren nichts Besonderes mehr."

Thomas Böttger, Mitinhaber eines kleinen Verlags in Witzschdorf im Erzgebirge, weiß um die Beständigkeit der Karte. "In den klassischen Touristenregionen ist die Nachfrage relativ konstant."

Die Tourist Information in Leipzig hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mehr als 10.500 Karten verkauft. Beliebte Motive: das Alte Rathaus, das Völkerschlachtdenkmal sowie Thomas- und Nikolaikirche.

Die CWE Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft verkauft jährlich konstant fast 5000 Karten, vor allem mit Karl-Marx-Kopf, Rathaus, Theaterplatz und Schlossteich.

In Dresden wechseln die Motive mit der Jahreszeit. "Im Sommer sind es mehr die klassischen Stadtansichten, zur Striezelmarkt- und Weihnachtszeit die Wintermotive", sagt Dorothea Röhner, Sprecherin der Dresden Information.

Immer beliebt seien Top-Sehenswürdigkeiten wie Frauenkirche, Semperoper und Zwinger.

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa


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