Streit um Stasi-Akten wird zum Kampf der Standorte

Dresden/Chemnitz - Kaum hat der Bundestag die Verlagerung der Stasi-Akten ins Bundesarchiv ab 2021 beschlossen (TAG24 berichtete), beginnt in Sachsen der Kampf um Standorte.

Ein Aktenberg in der Dresdner Stasi-Unterlagen-Behörde.
Ein Aktenberg in der Dresdner Stasi-Unterlagen-Behörde.  © Holm Helis

So begrüßte die Stadt Leipzig nicht nur die Neu-Organisation der Stasi-Unterlagenbehörde (BStU). Oberbürgermeister Burkhard Jung (61, SPD) bot auch sofort an: "Wir wollen auf dem ehemaligen Matthäikirchhof ein 'Forum für Freiheit und Bürgerrechte' entwickeln, in dessen Zentrum ein modernes und bürgeroffenes Archiv für die Stasi-Unterlagen steht."

Nebenan befinde sich bereits das "Museum in der Runden Ecke" sowie die Leipziger BStU-Außenstelle.

Dagegen betonte der sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Lutz Rathenow (67): Für Sachsen sei noch keinerlei Entscheidung getroffen.

Aber für Chemnitz heiße der Bundestagsentscheid, dass die seit Jahren beschlossene Notumlagerung von Akten in besonders schlechtem Zustand nun schleunigst durch das Staatsarchiv auf den Weg gebracht werden müsse.

Kompetenter Plan für Dresden

Für Dresden liege ein "sehr kompetenter, kostengünstiger Plan" zur Ertüchtigung des jetzigen BStU-Standortes Riesaer Straße vor.

Mithin wäre der aktuelle Doppelstandort Dresden-Chemnitz der günstigste. Gegen den Umzug der zentralen BStU von Berlin nach Leipzig habe er nichts.

Rathenow sprach sich in diesem Zusammenhang auch für ein Museum zur Friedlichen Revolution in Plauen aus.

Lutz Rathenow (67).
Lutz Rathenow (67).  © Holm Helis

Titelfoto: Holm Helis

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