Turbo-Frühling lässt Sachsens Obst erblühen

Sachsen - Sachsenweit sprießen die Knospen: So eilig hatten es unsere Obstbäume noch nie.

Udo Jentzsch ist Geschäftsführer des Landesverbandes Sächsisches Obst
Udo Jentzsch ist Geschäftsführer des Landesverbandes Sächsisches Obst  © Eric Münch

Dank des milden Winters blühen Apfel, Pflaume und Co. in diesem Jahr ungewöhnlich früh. Aus Sicht von Sachsens Obstbauern hat das jedoch einen Haken.

Zur Freude aller Osterspaziergänger zeigt sich die Natur schon jetzt von ihrer besten Seite. Auf Plantagen und in Vorgärten blüht es derzeit nicht nur so prächtig, sondern auch so zeitig wie nie zuvor. So auch in Pillnitz, im Dresdner Süden.

Auf einer Versuchsfläche beobachten Obstbau-Experten dort seit 1992, wie sich das Erscheinungsbild des Apfels entwickelt.

"Der milde Winter und das warme Frühjahr haben zu einem sehr frühen Aufbruch der Apfelknospen geführt", teilt das sächsische Umweltamt mit. Laut Einschätzung der Experten setzt die Apfelblüte in diesem Jahr anderthalb Wochen früher ein als üblich.

Des Spaziergängers Freud ist des Obstbauern Leid.

Susann Enzmann (37) vom Verein "Naturhof Chemnitz" auf einer Streuobstwiese in Glösa-Draisdorf.
Susann Enzmann (37) vom Verein "Naturhof Chemnitz" auf einer Streuobstwiese in Glösa-Draisdorf.  © Sven Gleisberg

Denn: Wer zu früh blüht, den bestraft der Frost. Fallen die Nachttemperaturen unter den Gefrierpunkt, drohen Blüten und Blütenstände zu erfrieren. Bisher habe es aber nur geringfügige Frostschäden an Kirschbäumen gegeben, sagt Udo Jentzsch, Chef vom Landesverband Sächsisches Obst. "Einzelne Obstbauern sind mit Feuer gegen den Nachtfrost vorgegangen", so Jentzsch. Laut aktuellen Wetterprognosen ist die Frostperiode inzwischen aber vorbei.

Sorgen bereitet den Bauern gegenwärtig eher die anhaltende Trockenheit. Die begünstigt den sogenannten Junifall. Dabei entledigen sich die Bäume von ungenügend befruchteten Früchten. "Das reicht aber kaum aus", so Verbands-Chef Jentzsch. "Deshalb muss jetzt nachgeholfen und damit begonnen werden, die Bäume auszudünnen."

Das sei notwendig, um eine gute Qualität des Obstes zu gewährleisten. Die Ausdünnung kann sowohl von Hand als auch mithilfe chemischer Mittel erfolgen.

Saisonarbeiter Mario (24) hängt Pheromone zur Bekämpfung von Obstschädlingen auf.
Saisonarbeiter Mario (24) hängt Pheromone zur Bekämpfung von Obstschädlingen auf.  © Eric Münch

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