Na, schönen Schrank auch! Auf dem Lutherplatz wird ab jetzt fleißig getauscht

Dresden - Immer wieder sorgen "Tauschregale" für Konflikte zwischen Anwohnern und Stadtverwaltung. Die ließ vergangenen August gleich drei Mal einen immer wieder neu errichteten Holzaufbau in Löbtau entsorgen. Nun wurde Dresdens erster legaler Tauschschrank in der Neustadt aufgestellt.

Eventmanager und Linken-Politiker Christopher Colditz (26) kümmert sich um Dresdens neuen Tauschschrank an der Martin-Luther-Kirche.
Eventmanager und Linken-Politiker Christopher Colditz (26) kümmert sich um Dresdens neuen Tauschschrank an der Martin-Luther-Kirche.  © Steffen Füssel

Auch im Szeneviertel landeten frühere Tauschschränke (Schönbrunnstraße, Kamenzer Straße) bereits auf dem Sperrmüll. "Die benötigten Sondernutzungsgenehmigungen für den öffentlichen Raum lagen nicht vor. Zudem wurde teils Sperrmüll daneben abgestellt, worüber sich Anwohner beschwerten", erklärt Ortsamtsleiter André Barth (51). Er sei aber froh, dass sich der "erste legale Tauschschrank in der Neustadt" jetzt gemeinsam realisieren ließ.

Die Idee hatte Eventmanager Christopher Colditz (26), der am Martin-Luther-Platz arbeitet. Ein Segen dann die benachbarte Lutherkirche, die den Standplatz am Gotteshaus anbot. Damit entfällt die gefürchtete Gebühr.

"Wir unterstützen das gerne, ist eine gute Sache", so Pfarrer Eckehard Möller (57). Den Metallschrank (zwei Meter hoch) sponserte die Stadtreinigung, Jugendliche färbten ihn mit Graffiti (zahlte die Stadt) bunt.

Colditz wird als "Betreiber" täglich vorbeischauen und auch Regeln aufhängen: Geben und/oder Nehmen erlaubt. Hinein gehören nur funktionstüchtige Gegenstände wie Spielsachen, Bücher, Geschirr. Keine kaputten Sachen rein- oder danebenstellen. Mal sehen, ob sich alle dran halten...

Kaffeebecher, Funkuhr, Kinderbücher und Holzspielzeug - die ersten Tauschgegenstände landeten gestern in den Schrankfächern.
Kaffeebecher, Funkuhr, Kinderbücher und Holzspielzeug - die ersten Tauschgegenstände landeten gestern in den Schrankfächern.  © Steffen Füssel

Mehr zum Thema Dresden Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0