Quietsch! So schön bunt war der CSD in Dresden

Für gleiche Rechte: Marc Dietzschkau (37), Pressesprecher vom Christopher 
Street Day Dresden.
Für gleiche Rechte: Marc Dietzschkau (37), Pressesprecher vom Christopher Street Day Dresden.  © Ove Landgraf

Dresden - Quietschbunt, laut und ausgelassen feierten am Samstag Tausende in Dresden den Christopher Street Day (CSD).

Kurz nach 12 Uhr setzte sich der Demo-Tross am Altmarkt in Bewegung. Zuerst rollten die schweren Jungs auf ihren Harleys los, gefolgt von drei 40-Tonnern und neun Pritschen-Lkw, voll beladen mit Regenbogen-Fahnen schwenkenden, teils kostümierten, teils leger angezogenen Menschen.

Lesben, Schwule, Hetero-, Bi- sowie Transgender, die an diesem Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag für Gleichberechtigung sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung kämpfen. Das Schlusslicht des etwa einen Kilometer langen Zuges bildeten die Rolli-Fahrer.

Brauchen wir das bunte Spektakel in Dresden überhaupt noch? Offenbar ja! Für den CSD-Sprecher Marc Dietzschkau (37) ist es nach wie vor ein Experiment, wenn er mit seinem „eingetragenen Lebenspartner“ (also: seinem Mann) Händchen haltend unterwegs ist. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist die eine Seite, das Gesetz die andere. „In puncto Ehe und Adoptionsrecht sind wir immer noch nicht gleich“, sagt er. Statt verheiratet werden Homosexuelle „verlebenspartnert“.

Als Dietzschkau und sein Freund sich 2013 das Jawort gaben, merkte die Dresdner Standesbeamtin aber, wie bescheuert sich das anhört und wechselte das Vokabular. „In den Köpfen sind viele schon weiter...“

Tausende feiern auf den Demo-Trucks. Die Route führte vom Terrassenufer über 
die Albertbrücke, durch die Neustadt und zurück zum Altmarkt.
Tausende feiern auf den Demo-Trucks. Die Route führte vom Terrassenufer über die Albertbrücke, durch die Neustadt und zurück zum Altmarkt.  © Ove Landgraf
Fahne mit Symbolkraft: In über 70 Ländern drohen Homosexuellen Strafen - bis 
hin zur Todesstrafe.
Fahne mit Symbolkraft: In über 70 Ländern drohen Homosexuellen Strafen - bis hin zur Todesstrafe.  © Ove Landgraf

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