Cleverer App-Erfinder sagt Amazon den Kampf an

Dresden - "Wenn's nicht gefällt, einfach das Handy schütteln, dann kommt ein neuer Vorschlag", sagt der Dresdner Marketingmann Michael Damm (40). Was ein bisschen wie das Prinzip der Dating-App "Tinder" klingt, ist die App "lesio". Mit ihr will Damm auch dem Online-Riesen Amazon den Kampf ansagen.

Der Dresdner Michael Damm (40) sagt mit der Bücher-App "lesio" auch dem Online-Riesen Amazon den Kampf an.
Der Dresdner Michael Damm (40) sagt mit der Bücher-App "lesio" auch dem Online-Riesen Amazon den Kampf an.  © Petra Hornig

"Warum nicht das Potenzial von Smartphones nutzen, um das gedruckte Buch wieder in den Fokus zu rücken", sagt Damm. "Die Buchbranche begreift die Technik eher als Angriff auf den Markt, aber man kann das auch gezielt nutzen."

Damm und zwei Kollegen haben deshalb die kostenlose App "lesio" entwickelt. "Bei 'lesio' bekommt der Nutzer eine Leseprobe bereitgestellt, aber ohne den Autor oder den Titel zu kennen. So geht man, ähnlich wie bei der Dating-App 'Tinder', unvoreingenommen ins Lesevergnügen."

Wenn's gefällt, kann man direkt in der App das Buch kaufen. "Wir lassen quasi alles Unwesentliche weg, stellen das Wesentliche in den Mittelpunkt. Die Geschichte macht das Buch aus, nicht das Cover, nicht der Verlag, nicht einmal der Autor", so Damm.

Jede Menge Verlage machen bereits mit. "Derzeit haben wir alle großen im Programm, aber auch viele kleinere, insgesamt gut 3 500 Stück", so Damm.

Etwa 15 Prozent des Buches können so vorab gelesen werden. Die App gibt es sowohl für Android als auch für Geräte von Apple.

"lesio" zeigt Leseproben der Bücher, ohne Titel oder Autor zu nennen. Wenn's nicht gefällt, wird durch Schütteln des Handys ein neues Buch vorgeschlagen.
"lesio" zeigt Leseproben der Bücher, ohne Titel oder Autor zu nennen. Wenn's nicht gefällt, wird durch Schütteln des Handys ein neues Buch vorgeschlagen.  © Petra Hornig

Titelfoto: Petra Hornig

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