Mit über 160 km/h durch die Stadt! Amokfahrer muss in den Knast

Dresden - Wegen einer Amokfahrt muss Robert F. (45) jetzt zwei Jahre und sechs Monate hinter Gitter. So urteilte das Amtsgericht am Mittwoch über den Polen. Der Bauarbeiter war im Drogenrausch auf der Flucht vor der Polizei mit bis zu 160 km/h im Audi über die Kesselsdorfer Straße gerast.

Robert F. (45) bretterte ohne Rücksicht auf Verluste mit 160 Sachen über die Kesseldorfer Straße.
Robert F. (45) bretterte ohne Rücksicht auf Verluste mit 160 Sachen über die Kesseldorfer Straße.  © Ove Landgraf

"Den Kollegen fiel der Audi im Gompitz auf", berichtete eine Polizistin von jenem Morgen im November 2015. "Das Nummernschild hing schief und ein Rad hatte arg wenig Luft. Doch der Wagen drehte und raste Richtung Innenstadt." Ampeln, Baustellen, Fußgänger, andere Autos. Robert war alles egal, er raste über die Kesselsdorfer in eine Spurverengung ...

"Ich sah das dunkle Auto im Rückspiegel heranrasen und sagte zu meiner Frau. 'Das ist unser Ende'", so der noch immer erschütterte Hyundai-Fahrer (63). Der Audi rammte den Hyundai, raste weiter. Höhe Rudolf-Renner-Straße krachte der Amok-Wagen in einen Laguna, schleuderte gegen eine Hauswand und fällte noch einen Lichtmast. Gesamtschaden: über 14.000 Euro.

Der Bruchpilot wurde im Wagen eingeklemmt, blieb aber fast unverletzt. "Im Auto fanden sich Werkzeug zum Diebstahl von Fahrzeugen, die Original-Kennzeichen und Drogen", so eine Ermittlerin. Robert F. erklärte dazu: "Es tut mir leid. Ich wollte Drogen besorgen. Was im Auto war, war nicht mir."

Immerhin: Im Jahr 2012 raste er im geklauten BMW der Polizei in Bautzen davon, stoppte erst als geschossen wurde. Dafür kassierte er fast drei Jahre Haft, kam aber vorzeitig auf Bewährung raus - und fuhr in Dresden Amok. Und acht Wochen danach durchbrach er bei Erfurt eine Polizeisperre im geklauten Audi.

Übrigens: Robert F. fuhr immer ohne Führerschein. Im Knast hat er inzwischen den Gabelstapler-Schein gemacht ...

Der zerlegte Audi nach der Amokfahrt am Straßenrand. Ein Wunder, dass niemand ernsthaft zu Schaden kam.
Der zerlegte Audi nach der Amokfahrt am Straßenrand. Ein Wunder, dass niemand ernsthaft zu Schaden kam.  © Roland Halkasch