Das ist die Krönung! Dresdner Residenz so prächtig wie vor 300 Jahren

Dresden - Kaum mehr vier Jahre, dann ist der Wiederaufbau des Residenzschlosses beendet. Bis dahin haben die Bauleute und Restauratoren noch sieben große Projekte auf der Liste. Das gewaltigste von ihnen, die Rekonstruktion der königlichen Paraderäume, wird in sechs Wochen fertig.

Der Wiederaufbau des Residenzschlosses soll 2022/23 beendet sein.
Der Wiederaufbau des Residenzschlosses soll 2022/23 beendet sein.  © Robert Michael

Sehr langsam und äußerst vorsichtig streicht Textilrestauratorin Kathrin Kutzera mit einem Pinsel aus Marder-Haar über roten Samt: Der Stoff bespannt das Kopfende von jenem Bett, das vor genau 300 Jahren anlässlich der europäischen Traumhochzeit des Jahres aufgestellt wurde: Kurprinz Friedrich August (1696-1763) heiratete die Kaisertochter Maria Josepha von Österreich (1699 bis 1757).

Wer etwas galt auf dem Kontinent, feierte mit in Dresden. Papa August (1670 bis 1733) als Gastgeber zelebrierte wochenlang gigantische Feste. Im Schloss waren sechs prunkvolle Räume ausgebaut worden, die jedoch 1945 im Feuer der Bomben versanken ...

Nun sind sie auferstanden, wiedergeboren unter den Händen von Hunderten Planern, Restauratoren, Denkmalschützern und Bauleuten.

"Das Schloss erhält sein Herz zurück. Am 28. September ist die Wiedereröffnung", schwärmten Dienstag bei einer Vorbesichtigung Ministerpräsident Michael Kretschmer (44) und sein Finanzminister Matthias Haß (52, beide CDU).

Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU, 2.v.r.) und Kunstministerin Eva-Maria Stange (62, SPD, 4.v.l.) unter einem rekonstruierten Deckengemälde von Louis de Silvestre (1675-1760).
Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU, 2.v.r.) und Kunstministerin Eva-Maria Stange (62, SPD, 4.v.l.) unter einem rekonstruierten Deckengemälde von Louis de Silvestre (1675-1760).  © Robert Michael

Begleitet von Kunstministerin Eva-Maria Stange (62, SPD) und dem Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen, Dirk Syndram (64), betreten sie staunend Raum um Raum. Um sie herum wuseln Handwerker, die meisten aus Sachsen.

Konzentriert arbeiten Restauratoren an Goldmalereien. Allein die Wiederherstellung des Deckengemäldes von Hofmaler Louis de Silvestre (1675-1760) im Thronsaal beschäftigte zwei Jahre lang 33 Künstler!

Kosten wird die Wiederherstellung der Räume rund 35 Millionen Euro. Damit sind bislang 351 Millionen fürs Schloss ausgegeben; 389 Millionen sollen es sein, wenn es bis 2022/23 fertig ist.

Nächste Projekte bis dahin werden das Restaurant im Ostflügel, der Schlosshof (beides bis Sommer 2020), eine Bauausstellung, der Präpositionssaal und die Ausgestaltung der Schlosskapelle sein.

Zurück zum Bett: Es war reine Show. Weder der König noch sein Sohn mit Gemahlin schliefen darin. Das Schlafzimmer diente allein repräsentativen Zwecken.

Restauratorin Kathrin Kutzera am Prunkbett.
Restauratorin Kathrin Kutzera am Prunkbett.  © Robert Michael
Diese Figurine von August dem Starken (1670-1733) wird ein Exponat in den Paraderäumen sein.
Diese Figurine von August dem Starken (1670-1733) wird ein Exponat in den Paraderäumen sein.  © Robert Michael
Ein Restaurator malt Goldverzierungen aus.
Ein Restaurator malt Goldverzierungen aus.  © Matthias Rietschel
Auch der Königsthron wird zur Zeit restauriert.
Auch der Königsthron wird zur Zeit restauriert.  © Matthias Rietschel

Titelfoto: Robert Michael, Matthias Rietschel

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