Datenschutz-Beauftragter Sachsens warnt vor der Datenschutzauskunft-Zentrale

Dresden - Sachsens Datenschutzbeauftragter warnt vor dem Treiben der Datenschutzauskunft-Zentrale (DAZ). Dieses Unternehmen verschickt derzeit massenhaft Faxe an sächsische Firmen und versucht, aus der Verunsicherung im Umgang mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Kapital zu schlagen.

Andreas Schurig (60).
Andreas Schurig (60).  © Steffen Füssel

Auch der Dresdner Gastronom Steffen Zuber (56) bekam dieser Tage ein Fax von der ominösen DAZ. „Der Briefkopf ist einem offiziellen Schreiben des Gewerbezentralregisters nachempfunden“, sagt der „Estancia“-Wirt.

Die Geschäftsleute werden zunächst aufgefordert, ihrer Pflicht zur Umsetzung der DSGVO nachzukommen und ein im Anhang befindliches Formular auszufüllen.

„Es handelt sich nicht um eine Behörde!“, stellte Sachsens Datenschutzbeauftragter Andreas Schurig (60) am Donnerstag klar. Die Faxe seien unaufgeforderte Werbung mit dem Ziel, ein „,Leistungspaket Basisdatenschutz' für 498 Euro pro Jahr zu verkaufen“, so Schurig. Doch diese Information findet sich nur im Kleingedruckten.

Nach Auskunft der sächsischen Handwerkskammern und der Industrie- und Handelskammer (IHK) schreiben die in Oranienburg ansässigen Abzocker derzeit Hunderte Unternehmen in Sachsen an.

Wer bereits in die Abo-Falle getappt sei, solle den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten und keinesfalls zahlen, rät etwa die IHK Leipzig ihren Mitgliedsunternehmen.

Titelfoto: Steffen Füssel


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