Taxifahrer setzte auf Sicherheit, dafür wurde er bestraft

Termin beim Amtsgericht: Amadeus S. (63, li.) ist Taxiunternehmer. In sechs seiner Fahrzeuge baute er Videoanlagen ein.
Termin beim Amtsgericht: Amadeus S. (63, li.) ist Taxiunternehmer. In sechs seiner Fahrzeuge baute er Videoanlagen ein.  © Eric Münch

Dresden - Sicherheit kontra Datenschutz. Am Freitag stand Taxifahrer Amadeus S. (54) vorm Amtsrichter in Dresden.

Er hatte in fünf Fahrzeugen Kameras (so genannte Dashcams) eingebaut. Laut Bundesdatenschutzgesetz ist das aber nicht erlaubt.

"Seit 2009 hatte ich die Geräte", so Amadeus S.. Er war selbst Überfallopfer, registrierte ständig Übergriffe auf seine Mitarbeiter, wollte sie so schützen.

"Es waren Piktogramme an den Wagen. Die Kunden wurden informiert, niemand beschwerte sich", so der Taxifahrer. "Die Geräte überschrieben sich regelmäßig selber, wurden nur ausgebaut, wenn wirklich was passiert war und ich der Polizei das Material zur Verfügung stellte. Die Codierung dazu lag im Safe."

Das System war so ausgeklügelt, dass gar die Experten des LKA bei ihm nachfragten, als sie die von ihm gelieferte Speicherkarte nicht öffnen konnten. Beanstandungen von der Polizei oder vom ständig kontrollierenden Amt gab es nie.

Im Dezember 2013 dann fahndete die Polizei nach Prüglern - mit Fotos aus dem Taxi von Amadeus S. "So bekamen wir davon Kenntnis und prüften das", so ein Datenschützer.

Weil die getestete Kamera auch Ton aufnahm, laut Datenschutz so das Recht am eigenen Wort verletzt war, wurde das Gerät ausgebaut und Anzeige erstattet. Dann zogen die Datenschützer ab.

Weil die anderen Kameras kein Thema waren, ließ Amadeus S. sie weiterlaufen. Erst ein weiteres Jahr später, rückte das Amt an, baute alle Geräte aus. Und der Taxler bekam eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz, weil er derlei Daten nicht erfassen dürfe.

Der Amtsrichter setzte ein Ordnungsgeld von 1000 Euro fest. Amadeus S. zahlt natürlich. Sicherer fühlt sich der Fahrer dadurch nicht.

Titelfoto: Eric Münch


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