Der Pegel sinkt und sinkt... Kann die Elbe ganz austrocknen?

Dresden - Von der sonst so prächtigen Elbe ist nach der Trockenheit der vergangenen Wochen nicht viel geblieben:

Nur noch ein Rinnsal: Der Elbpegel liegt derzeit nur knapp über 60 Zentimetern.
Nur noch ein Rinnsal: Der Elbpegel liegt derzeit nur knapp über 60 Zentimetern.  © Norbert Neumann

Bei nur noch 63 Zentimetern ist der Wasserstand der Elbe mittlerweile angekommen, normal wären zwei Meter.

"Dieser Wasserstand ist mehr als unnormal für diese Jahreszeit", sagt Christoph Oehme vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Dresden. "Nennenswerter Regen ist nicht in Sicht, die Situation wird sich weiter verschärfen", so eine Sprecherin des Landesumweltamtes.

Aber was, wenn das so weitergeht - könnte die Elbe komplett austrocknen? Tatsächlich ist es schon vorgekommen, dass von der Elbe nur noch ein Rinnsal übrig blieb.

Im Sommer 1954 etwa wurden nur noch 22,5 Zentimeter gemessen!

Das Wasser stand damals gerade noch knöcheltief - die Dresdner konnten zu Fuß das Ufer wechseln.

Davon ist derzeit (noch!) dringend abzuraten. "Auch wenn der Pegel niedrig ist, durch die Elbe zum anderen Ufer laufen ist gefährlich", sagt Rainer Elze (54) vom Landeshochwasserzentrum.

"In der Fahrrinne ist das Wasser um etwa einen Meter tiefer als der gemessene Pegel. Dort gibt es immer noch gefährliche Strömungen."

1904 war die Elbe fast ausgetrocknet: Damals konnte man von einem zum anderen Ufer laufen. Heute geht das nicht mehr: Der Fluss wurde ausgebaggert, die Gewässerstruktur hat sich stark verändert.
1904 war die Elbe fast ausgetrocknet: Damals konnte man von einem zum anderen Ufer laufen. Heute geht das nicht mehr: Der Fluss wurde ausgebaggert, die Gewässerstruktur hat sich stark verändert.  © Sammlung H. Naumann