Neues Führungsduo soll Die Linke Sachsen aus dem Tal führen

Dresden - Die Landtagsabgeordnete Susanne Schaper (41) und Bundesvorstandsmitglied Stefan Hartmann (51) sollen Sachsens gebeutelte Linke aus dem Tal der Tränen führen. Sie wurden von einem Landesparteitag in Dresden an die Parteispitze gewählt - erstmals gibt es eine Doppelspitze. Das Ergebnis zeugt aber nicht von Euphorie an der Basis.

Susanne Schaper (41) und Stefan Hartmann (51) holten als gleichberechtigte Partei-Chefs mehr als 60 Prozent.
Susanne Schaper (41) und Stefan Hartmann (51) holten als gleichberechtigte Partei-Chefs mehr als 60 Prozent.  © Steffen Füssel

Die beiden holten als gleichberechtigte Partei-Chefs 60,1 Prozent (Schaper) bzw. 62,4 Prozent (Hartmann). Sie lösen Partei-Chefin Antje Feiks (40) ab, die nach der Klatsche bei der Landtagswahl nicht mehr kandidierte. Das Duo war ein Kompromiss-Angebot, ausgehandelt und austariert zwischen den Parteiflügeln. Trotzdem grummelte es an der Basis, weitere Kandidaturen gab es jedoch nicht.

Hartmann sprach nach der Wahl aber von einem "großen Vertrauensvorschuss".

Das Ergebnis spiegelt indes die Einschätzung so manches Parteimitglieds wider, dass es sich vor allem um einen "Arbeitsvorstand" handle. Die Partei ist zutiefst zerstritten.

Schaper: "Wir müssen vorleben, dass es nur gemeinsam geht." Zudem steckt den Linken noch das Wahldesaster in den Knochen: Bei der Landtagswahl waren die Linken in Sachsen auf 10,4 Prozent geradezu abgestürzt. Konsens ist, dass sich die Partei in einer existenziellen Krise befindet.

Schaper hatte vor der Vorstandswahl die Parole ausgegeben, dass die Linke ihren Platz neu finden müsse. Am wichtigsten sei es, sich um die Regionen zu kümmern, wo es keinen Linken-Abgeordneten mehr gebe. All das schaffe man nur gemeinsam. Es sei eine prägnante Botschaft, wenn nun ein Vorstand gewählt werde, der die gesamte Vielfalt in der Partei abbilde. Sie sprach von einem "Bündnis der Verantwortung".

Nötig sei jetzt zu signalisieren, dass es vorbei sei mit Befindlichkeiten und Selbstbefassung. Hartmann erklärte, die sächsische Linke müsse von anderen, erfolgreicheren Landesverbänden der Linken lernen. Wie in Thüringen oder Hessen.

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