Riesen-Theater: Angeklagter Harry L. bringt Reichsbürger mit zum Gericht

Harry L. (62) kam diesmal endlich ins Amtsgericht Dippoldiswalde - in Handschellen.
Harry L. (62) kam diesmal endlich ins Amtsgericht Dippoldiswalde - in Handschellen.

Dresden/ Dippoldiswalde - Es ist eigentlich ein ganz normaler Fall fürs Amtsgericht: Harry L. (62) muss sich wegen Betruges verantworten. Doch dieser Angeklagte hält die Behörde mächtig auf Trab.

Seit Monaten soll gegen den Bayern verhandelt werden. Laut Anklage brachte er Anleger in Tharandt und Hartha um fast 80.000 Euro. Statt, wie versprochen, wurde das Geld nie angelegt, Belege dafür gefälscht.

Aus gesundheitlichen Gründen kam Harry nie nach Sachsen zum Prozess. So reiste die Richterin im August samt Gefolge nach Bamberg, um dort zu verhandeln. Aber Harry schwänzte auch da.

Haftbefehl. Der Bayer kam in die JVA Dresden, war mithin jetzt endlich im Prozess in Dippoldiswalde anwesend.

Reibungslos lief die Verhandlung aber auch nicht: Harry wurde von einem Reichsbürger begleitet, der für Theater und Verzögerung sorgte. Der Angeklagte selbst weigerte sich, Platz zu nehmen.

Sanitäter waren anwesend, falls es ihm schlecht gehen würde. Und laut Attest waren alle 45 Minuten Pausen verordnet. Klar, dass sich der Prozess nun auch noch hinzieht. Urteil folgt.


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