Heftiger Zoff: Dürfen die Sachsen bald als Kinder wählen?

Dresden - Noch zu jung für die Wahl?! Weil Zehntausende junge Sachsen auch bei der Landtagswahl wieder nicht mitbestimmen dürfen, werden Forderungen nach Herabsetzung des Wahlalters lauter.

Wählen unter 18: Das wollen neben den Linken auch SPD, Grüne und einzelne FDP-Leute.
Wählen unter 18: Das wollen neben den Linken auch SPD, Grüne und einzelne FDP-Leute.

Die Parteien überbieten sich mit Untergrenzen. Unschlagbar: Die Linke will das theoretische Wahlrecht von Geburt an.

Dahinter steckt Linken-Kandidatin Anna Gorskih. Die 22-Jährige aus Meißen studiert zurzeit in Leipzig Kulturwissenschaften. Ab Herbst will sie im Landtag sitzen - mit Listenplatz 7 stehen die Chancen gut: "Es wird ausdrücklich kein Familienwahlrecht und auch kein Wahlzwang für Säuglinge und Kleinkinder gefordert, sondern lediglich, dass jede Person, die wählen möchte, dies auch tun kann."

Ihr Mitgenosse Daniel Peisker (22) von der Linksjugend ergänzt: "Jede Altersgrenze, egal ob bei 14, 16, 18 oder 25 Jahren angesetzt, ist willkürlich und schließt zwangsläufig Menschen von ihren Grundrechten aus."

Die sächsische CDU-Jugend will nicht ganz so weit gehen, kann sich aber eine Wahlteilnahme ab 16 vorstellen.

Im Mai sagte JU-Chef Florian Oest (31) in Sachen Kommunalwahlen: "Ich bin davon überzeugt, dass ein hinreichend großer Anteil der heute 16-Jährigen in der Lage ist, sich sachkundig an Kommunalwahlen zu beteiligen." Kurz darauf allerdings wurde ein Linken-Vorschlag zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Landtag von der "erwachsenen" CDU geblockt.

Auch jetzt, sechs Wochen vor der Wahl, wollen die Großen nicht mitspielen. CDU-Sachsen-General Alexander Dierks (31) zum MDR: "Ich denke, das zentrale Argument gegen eine Absenkung des Wahlalters ist, dass Rechte und Pflichten in irgendeiner Form in Einklang stehen müssen."

Ganz anders Grüne und SPD - beide sind für ein Wahlalter von 14. SPD-General Henning Homann (39): "Ich finde, jemand, der von Gesetzen bestraft werden kann, sollte auch mit entscheiden können, wie diese Gesetze aussehen."

Populismus oder Gerechtigkeits-Power? Anna Gorskih (22, Linke) ist auf dem Weg in den Landtag.
Populismus oder Gerechtigkeits-Power? Anna Gorskih (22, Linke) ist auf dem Weg in den Landtag.  © DPA
Der sächsische SPD-Generalsekretär Henning Homann (39).
Der sächsische SPD-Generalsekretär Henning Homann (39).  © Petra Hornig

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