Tuberkulose-Ausbruch an Dresdner Schule schlimmer als gedacht

Am Dresdner Hoga-Gymnasium ist Tuberkulose ausgebrochen.
Am Dresdner Hoga-Gymnasium ist Tuberkulose ausgebrochen.  © Norbert Neumann

Dresden - Der Turberkulose (Tbc)-Ausbruch in Dresden ist dramatischer als bislang bekannt! Nachdem eine Schülerin erkrankte, sich ein Lehrer ansteckte (TAG24 berichtete), spricht das Gesundheitsamt jetzt von gegenwärtig drei "Erkrankungsfällen" - und weitet die Tests Montag und Dienstag auf alle 600 Schüler und Lehrer an Oberschule und Gymnasium aus.

Im September war bei einer Schülerin der Oberstufe laut Gesundheitsamt "ansteckungsfähige Lungentuberkulose" festgestellt worden. Ihr näheres Umfeld wurde umgehend untersucht (Mitschüler, Lehrer), Ergebnis: Drei aktuelle Erkrankungsfälle!

Gesundheitsamtsleiter Jens Heimann: „Bei den bekannten Fällen ist ein Zusammenhang anzunehmen, wobei aufgrund der sehr variablen Inkubationszeit nicht sicher festzustellen ist, von wem die Ansteckung ausging. Um ein Höchstmaß an Sicherheit für die Bevölkerung zu erzielen und weitere Ansteckungsrisiken zu mindern, führt das Gesundheitsamt eine großflächige Umgebungsuntersuchung durch und weitet den Untersuchungsradius auf beide Schulen an der Zamenhofstraße aus.“

Gesundheitsamt nimmt Tuberkulose-Ausbruch in Dresden sehr ernst

Jens Heimann ist Gesundheitsamtsleiter von Dresden.
Jens Heimann ist Gesundheitsamtsleiter von Dresden.

Dabei werden Blutproben getestet, Röntgenaufnahmen ausgewertet und Kontaktpersonen identifiziert.

„Jeder Fall wird ernst genommen und in Abgleich mit dem persönlichen Gesundheitszustand und der Lebenslage überprüft. Wir sind mit mehreren Teams im Einsatz“, so Heimann. Der Schulbetrieb soll Mittwoch wieder aufgenommen werden.

Eine Gefährdung der Bevölkerung, über den Rahmen der betroffenen Schule hinaus, bestehe laut Gesundheitsamt nicht. Aber: Sollten weitere Erkrankungsfälle festgestellt werden, könnte der Test-Radius nochmals erweitert werden, etwa auf Familienangehörige. Das Gesundheitsamt will die betroffenen Personen umgehend informieren.

Menschen, die sich mit Tuberkulose angesteckt haben, werden mit einem Antibiotikum behandelt. Anstecken kann sich in der Regel nur, wer mindestens acht Stunden mit einem Erkrankten direkten Kontakt von Angesicht zu Angesicht hat.

In Dresden gab es in den letzten vier Jahren im Durchschnitt rund 40 Erkrankungen pro Jahr. Ein tödlicher Verlauf liegt statistisch betrachtet bei unter einer Person pro Jahr in Dresden.

Tuberkulose wird mit Antibiotika behandelt.
Tuberkulose wird mit Antibiotika behandelt.  © DPA

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