Hier liegen Tausende Euro am Wegesrand der Dresdner Heide

Gut genug gewachsen? Thomas Reuß-Trautwein (52) von der Holzindustrie Templin GmbH begutachtet schon mal einen Stamm.
Gut genug gewachsen? Thomas Reuß-Trautwein (52) von der Holzindustrie Templin GmbH begutachtet schon mal einen Stamm.  © Eric Münch

Dresden - Tausende Euro liegen derzeit säuberlich aufgereiht am Wegesrand in der Dresdner Heide. Hier warten Sachsens wertvollste Hölzer in Baumstamm-Dicke auf ihre neuen Besitzer.

Immer im Januar lädt der Staatsbetrieb Sachsenforst zur Submission - der Versteigerung von besonders gut gewachsenen Stämmen aus Sachsens Wäldern. Auch aus dem Vogtland und dem Erzgebirge sind in diesem Jahr Prachtexemplare dabei, die unter den sprichwörtlichen Hammer kommen sollen.

Denn in den Kammlagen hatte der Orkan Herwarth besonders gewütet. Somit kommen aus den Forstrevieren Adorf, Marienberg und Bärenstein nun auch Luxusstämme, die eventuell noch ein paar Jahre länger hätten wachsen können.

Jeder Stamm trägt eine Losnummer zur Versteigerung. An dieser Buche wurden sogar die Jahresringe gezählt - sie wurde 135 Jahre alt.
Jeder Stamm trägt eine Losnummer zur Versteigerung. An dieser Buche wurden sogar die Jahresringe gezählt - sie wurde 135 Jahre alt.  © Eric Münch

Das exotischste Holz bietet diesmal der Forstbotanische Garten Tharandt an - hier fällte Herwarth eine Libanonzeder.

Die Herkunft des Wertholzes ist den Käufern eher egal. Sie achten besonders auf Festigkeit und schöne Maserung: Gerade muss der Baum gewachsen sein, ohne Beulen, Drehwuchs oder Äste im Stamm. Förster beobachten oft jahrelang ihre "Lieblinge", die dann Kandidat für die Wertholzsubmission werden.

Im vergangenen Jahr erzielte eine Stieleiche aus dem Leipziger Staatswald den Spitzenpreis: 1289 Euro pro Kubikmeter. Verkaufsleiter Hendrik Scholz: "Wertholz wächst nicht über Nacht, sondern ist Ergebnis generationsübergreifender und nachhaltiger Forstwirtschaft." Die Versteigerung ist dann die Auszeichnung für den Förster.

Gibt Hunderte Baumstämme an den Meistbietenden ab: Revierförster Rüdiger Rolle
Gibt Hunderte Baumstämme an den Meistbietenden ab: Revierförster Rüdiger Rolle  © Eric Münch

Massenware findet man auf dem Submissionsplatz nicht.

So sind auch nicht nur Sägewerke an den Exemplaren interessiert, sondern Furnierhersteller, Möbelbauer oder Meister für Musikinstrumente. Ein Orgelbauer holt sich hier regelmäßig die besten Fichten für seine Pfeifen.

Nadelhölzer wie Kiefer, Lärche oder Douglasie sind aber eindeutig in der Minderheit. Hendrik Scholz vom Sachsenforst: "Eiche ist schlichtweg in!" So besteht das diesjährige Angebot auch zur guten Hälfte aus dieser Sorte.

Bereits seit November hat Rüdiger Rolle die Anfahrt der über 750 Stämme unter Kontrolle. Der Revierförster von Klotzsche: "Die bis zu sieben Tonnen schweren Einzelstücke erhalten alle den vorher festgelegten Platz und werden mit der Losnummer versehen."

Noch zehn Tage haben Interessenten Zeit, für den schönsten Stamm ein Angebot abzugeben. Der Höchstbietende erhält den Zuschlag.


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