Dresdner Paar komplett abgezockt: Schlüsseldienst kassierte 733,15 Euro für 15 Minuten Arbeit

Dresden - Erst Schlüssel abgebrochen, dann abgezockt: Ein Dresdner Ehepaar zahlte mehr als 700 Euro an einen dubiosen Schlüsseldienst. Jetzt muss sich der mutmaßliche Abzocker (24) wegen gemeinschaftlichen und gewerbsmäßigen Betrugs sowie Wucher vor Gericht verantworten.

Soufian L. (24) aus Essen gab vor Gericht an, zur Tatzeit in Marokko gewesen zu sein.
Soufian L. (24) aus Essen gab vor Gericht an, zur Tatzeit in Marokko gewesen zu sein.  © Holm Helis

Beim Türaufschließen sei ihm der Schlüssel abgebrochen, berichtete Knut F. (61) am Dienstag. Daraufhin rief er seine Frau an, erzählte ihr von seinem Malheur.

Im Netz bestellte sie daraufhin einen vermeintlich kostengünstigen Schlüsseldienst zur Wohnung des Paares in Seidnitz. Eine Dreiviertelstunde später rückte der Angeklagte Soufian L. (24) mit einem Kollegen an.

Schließzylinder aufbohren, Tür auf, neues Schloss rein, fertig. Der Einsatz des Monteurs dauerte keine 15 Minuten. Was er dann aber von seinem Kunden verlangte, hatte es in sich: 733,15 Euro sollte Knut F. berappen. Hochgerechnet immerhin ein Stundenlohn von gut 3000 (!) Euro!

Mit seiner EC-Karte überwies der Angestellte den geforderten Betrag, unterschrieb im Anschluss auch die Rechnung. "Mir ist in dieser Notsituation nichts anderes übrig geblieben."

Soufian L. gab vor Gericht an, überhaupt nicht vor Ort gewesen zu sein. Er sei ohnehin nur Vermittler von Handwerksdiensten. Allerdings: Sowohl bei der Lichtbildvorlage im Polizeirevier als auch vor Gericht konnte Knut F. den marokkanisch-stämmigen Mann als Täter identifizieren. Der Prozess wird fortgesetzt.

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