Der Missbrauchsbericht der Dresdner Parkeisenbahn





230 Parkeisenbahner sind hier beschäftigt. Nur 83 anonyme Fragebögen zu den 
Geschehnissen wurden beantwortet.
230 Parkeisenbahner sind hier beschäftigt. Nur 83 anonyme Fragebögen zu den Geschehnissen wurden beantwortet.  © Ove Landgraf

Dresden - Am Mittwoch stellte ein Expertenteam der Parkeisenbahn einen Zwischenbericht zu den sexuellen Übergriffen und zu dem geplanten Kinderschutzkonzept vor.

Das Ergebnis - knapp ein Jahr nach Bekanntwerden des Missbrauchs an einem Jungen (heute 17) - bleibt ernüchternd.

"Es gibt keine Hinweise auf weitere massive Übergrifflichkeiten, außer dem ersten Fall", so Rechtsanwalt Thomas Giesen (70), der als externer Gutachter eingesetzt wurde (TAG24 berichtete).

Passiert ist bei der Parkeisenbahn trotzdem erschreckend viel: Es gab mindestens von zwei weiteren Opfern Anschuldigungen gegen Bahnhofsleiter Thilo H. (+ 38), der sich im Mai 2016 das Leben nahm. Damals hatte eine Führungskraft das jedoch nicht aktenkundig gemacht. "Fehlverhalten", so Giesen.

Ebenso soll es zum "einvernehmlichen Geschlechtsverkehr" zwischen einer 15-Jährigen und einem Mitarbeiter gekommen sein. Der Fall hätte angezeigt werden sollen, so die Experten.

Übergriffe gegen zwei Parkeisenbahner 2013/14 wurden als "nicht strafrechtlich bedeutend" eingestuft, einem Pornofoto-Sammler empfahl man im November 2016 eine Selbstanzeige. Es gab insgesamt vier Entlassungen.

Derzeit arbeiten Expertenteam und Vertreter der Parkeisenbahn am Kinderschutzkonzept, das Ende 2018 fertig sein soll: Man kämpft offensichtlich um eine bislang fehlende Kommunikation.

Es wurde eine Steuerungsgruppe gegründet, ein Beschwerdeverfahren erarbeitet, es laufen Schulungen.

Der vom Schlösserland Sachsen eingesetzte Thomas Giesen (70) geht von nur 
einem massiven Einzelfall des Missbrauchs aus.
Der vom Schlösserland Sachsen eingesetzte Thomas Giesen (70) geht von nur einem massiven Einzelfall des Missbrauchs aus.  © Ove Landgraf
Schlösserland-Chef Christian Striefler (54) lobt die Arbeit der 
Expertenkommission.
Schlösserland-Chef Christian Striefler (54) lobt die Arbeit der Expertenkommission.  © Ove Landgraf
Opfer Henry (17) appelliert an alle Opfer, sich Hilfe zu suchen.
Opfer Henry (17) appelliert an alle Opfer, sich Hilfe zu suchen.  © Ove Landgraf

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0