Hier schlägt das geheime Kälteherz unterm Kulturpalast

Dresden - Gerade in den heißen Sommern ist es auch in Dresden aus Einkaufszentren und Hotels kaum noch wegzudenken: klimatisierte, kühle Luft. Riesige Kälteanlagen im Taschenbergpalais und im Kulturpalast machen das möglich. Ein unterirdischer Brunnen kühlt die heiße Abluft. Doch die vielen Innenstadt-Baustellen sorgen für Probleme.

Unter dem Kulturpalast wird die Kälte für große Teile der Neumarkt-Häuser hergestellt.
Unter dem Kulturpalast wird die Kälte für große Teile der Neumarkt-Häuser hergestellt.  © Thomas Türpe

Einlasskontrolle, elektronische Sicherungen und klassische Schlüssel: Der Weg zum DREWAG-Kälteherz unter dem Kulturpalast ist gut gesichert.

Hinter verschlossenen Türen arbeiten extrem leise, magnetgelagerte Turboverdichter.

Das ist unter anderem nötig, um die sensiblen Ohren der Philharmonie-Besucher wenige Meter entfernt nicht zu stören.

Zweimal in der Woche kommen Techniker vorbei, warten die riesigen Anlagen und kontrollieren.

"Nichts darf hier ausfallen, das würde sofort negativ bemerkt. In vielen Hotel-Restaurants rund um den Neumarkt hängt die Kühlung von Lebensmitteln an unserer Anlage", so DREWAG-Sachgebietsleiter Lutz Rehwald (55).

Wie beim heimischen Kühlschrank wird unter dem Kulti Kälte produziert. Auf sechs Grad abgekühlt, wird kühles Wasser in nahezu alle Häuser am Neumarkt gepumpt. Auf zwölf Grad erwärmt, kommt es wieder zurück, wird im Kältekreislauf erneut abgekühlt.

Viele Innenstadt-Baustellen sorgen für Probleme

Am Palais Hoym (F.) wird kräftig gebaut. Weil Grundwasser abgepumpt wird, sinkt der Pegel auch in der Umgebung.
Am Palais Hoym (F.) wird kräftig gebaut. Weil Grundwasser abgepumpt wird, sinkt der Pegel auch in der Umgebung.  © Thomas Türpe

Doch dabei entsteht fortwährend Wärme. Gekühlt wird hier mit Grundwasser aus einem extra gebohrten 15 Meter tiefen Kulti-Brunnen. 220 Kubikmeter pro Stunde können maximal gezapft werden.

Aufgewärmt mit bis zu 30 Grad, wird das Wasser dann in die Elbe gepumpt.

"Doch die vielen Baustellen in der Innenstadt brauchen beim Ausheben der Baugrube einen niedrigen Wasserstand. Das hätte negative Auswirkungen auch auf den Grundwasserspiegel am Kulturpalast", so Rehwald weiter.

Von daher pumpt aktuell die CG-Gruppe vom Palais Hoym, der letzten großen Neumarkt-Baustelle, über weithin sichtbare blaue Leitungen das Grundwasser direkt zum Kulti-Brunnen.

Über blaue Leitungen wird das Wasser momentan von einer Neumarkt-Baustelle in Richtung Kulti-Tiefbrunnen gepumpt.
Über blaue Leitungen wird das Wasser momentan von einer Neumarkt-Baustelle in Richtung Kulti-Tiefbrunnen gepumpt.  © Thomas Türpe
Lutz Rehwald (55) von der DREWAG prüft im "Kälte-Herz" die Klimatechnik.
Lutz Rehwald (55) von der DREWAG prüft im "Kälte-Herz" die Klimatechnik.  © Thomas Türpe

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