Drogenschmuggel im Labello-Stift? Knacki und seine Geliebte vor Gericht

Die beiden Angeklagten schweigen.
Die beiden Angeklagten schweigen.  © Ove Landgraf

Dresden - Da ging es wohl nicht nur um spröde Lippen: Zehnmal soll Mandy M. (36) ihrem Freund Maik S. (40) jeweils zwei Labellos voller Drogen in den Dresdner Knast geschmuggelt haben. Doch die beiden Angeklagten schweigen.

Eigentlich war die Polizei hinter einer ganz anderen Sache her, ermittelte wegen Bestechlichkeit im Dresdner Knast und hörte deshalb Handys ab. Dabei fiel den Ermittlern auf, dass da Maik S. Drogen bei seiner Freundin Mandy bestellt haben soll, um diese dann im Knast gegen Tabak, SD-Karten und anderes zu tauschen. Zwischen 15. März und 31. Mai soll Mandy laut Staatsanwaltschaft insgesamt zehnmal im Gefängnis gewesen sein, in neun Fällen soll sie dabei zwei Labello-Stifte mit zwei Gramm Marihuana übergeben haben, einmal war auch Crystal dabei.

Gefängnis-Wärter Daniel W. (44): "Wir bekamen einen Anruf, dass der Herr ganz fleißig telefoniert, wie dumm die Gefängnis-Kunden hier wären und dass er einen ganz großen Betäubungsmittel-Handel aufziehen würde." Deshalb wurde Maiks Zelle am 31. Mai durchsucht - Ergebnis: ein Handy, zwei SIM-Karten und knappe drei Gramm Cannabis.

Das Problem: Die Verteidigung moniert die Zulässigkeit der Telefonüberwachung. "Aus den Telefonaten lässt sich nicht erkennen, dass die Betäubungsmittel zum Verkauf dienten", meint Mandys Anwalt Michael Sturm (51). Ohne Verkauf sei es aber keine Straftat, für die die Überwachung als Beweismittel zulässig wäre. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Ove Landgraf


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