DVB mussten schon die Notbremse ziehen: Riesenansturm auf Super-Tram

Dresden - Die Dresdner lieben ihre Straßenbahnen: Der Zugang zur momentan im Verkehrsmuseum ausgestellten 1:1-Kopie der neuen Super-Tram musste am Wochenende wegen Überfüllung eingeschränkt werden.

"Bitte nach hinten durchgehen!": Die Dresdner übten schon mal das Probestehen in der neuen Bahn.
"Bitte nach hinten durchgehen!": Die Dresdner übten schon mal das Probestehen in der neuen Bahn.  © Ronald Bonss

"Das Modell wurde zeitweise umlagert. Wir hatten mit einem großen Interesse gerechnet, aber schon in der ersten Woche wurde das angepeilte Gesamtziel erreicht", sagt DVB-Sprecher Falk Lösch.

Von Mittwoch bis Sonntag kamen 7572 Besucher. Höhepunkt des Besucherandrangs war das vergangene Wochenende.

Am Sonnabend stürmten 2150, am Sonntag sogar 2769 Gäste die neue Straßenbahn. Zu viele für den kleinen Raum im Verkehrsmuseum. Aus Sicherheitsgründen wurden zeitweise ganze Besuchergruppen abgewiesen.

Noch von kommendem Mittwoch bis Sonntag ist das Modell zwischen 10 und 18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr) kostenlos zu besichtigen. "Wer die Möglichkeit hat, sollte besser wochentags am Vormittag kommen", so Sprecher Lösch.

Verlängert werden kann die Schau nicht, das Verkehrsmuseum braucht den Raum zurück. Immerhin: Das Modell kommt nächste Woche ins Straßenbahnmuseum an der Trachenberger Straße, soll später auch dort begehbar sein.

Diese Mankos wurden bereits ausgemacht

Mehr als 7500 Besucher testeten die Super-Tram. Teilweise musste Einlass-Stopp verhängt werden.
Mehr als 7500 Besucher testeten die Super-Tram. Teilweise musste Einlass-Stopp verhängt werden.  © Ronald Bonss

800.000 Euro haben die DVB für die 1:1-Kopie der neuen Straßenbahn ausgegeben. Eine sinnlos in PR verpulverte knappe Millioneninvestition oder sinnvoll investiertes Geld?

Aus Sicht der Verkehrsbetriebe rechnet sich der Nachbau. "Das Modell wurde exakt so gefertigt, wie es von uns in Auftrag gegeben wurde. Aktuell testen Fahrer, Behindertenverbände, Kinder und Fahrgäste. Deren Änderungen können jetzt noch eingearbeitet werden", so DVB-Chef Andreas Hemmersbach (51).

Konkret gefunden wurden bereits folgende Fehler: "Die Höhe der Sitze passt nicht. Kleinere Fahrgäste kommen mit den Füßen nicht auf den Boden", sagt DVB-Straßenbahnchef Holger Seifert (53). Auch an den Sitzen wird nachgebessert. Die vordere Metallkante ist zu hart.

"Das braucht eine neue Lösung." Zudem soll auf Wunsch von Behindertenverbänden der Haltewunschtaster anders angeordnet werden.

Spalt zwischen Sitzen und Wand

DVB-Straßenbahnchef Holger Seifert (53) zeigt die als zu hart empfundene Kante.
DVB-Straßenbahnchef Holger Seifert (53) zeigt die als zu hart empfundene Kante.  © Ronald Bonss

Die LED-Streifen an den Türen sollen größer werden. Und: Große Fahrgäste könnten an die Monitore stoßen. Die sind momentan exakt angebracht, wie in der Ausschreibung vorgesehen.

"Wir werden sie aber wohl etwas schräger montieren oder ein Stück in der Deckenverkleidung einrücken", so Seifert weiter.

Eklatant: Momentan klafft ein Spalt zwischen Sitzen und Wand. "Da passt exakt ein Handy rein, was erst mal weg wäre. Dieses Frustpotenzial wollen wir nicht", so Hemmersbach.

Weiteres Manko: Die Außenanzeige der Linie ist kaum noch zu lesen, wenn sich die Bahn nähert. Auch das wird geändert.

Diese LED-Leuchten sollen größer werden. Sie zeigen zukünftig an, ob ein leichter Einstieg möglich ist oder ob viele Fahrgäste drängeln.
Diese LED-Leuchten sollen größer werden. Sie zeigen zukünftig an, ob ein leichter Einstieg möglich ist oder ob viele Fahrgäste drängeln.  © Ronald Bonss
Aktuell ist die Frontanzeige teils nicht lesbar.
Aktuell ist die Frontanzeige teils nicht lesbar.  © Ronald Bonss

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