Pläne sehen Halbierung der Abo-Preise vor: Kommt jetzt das 1-Euro-Ticket für Bus und Bahn?

Dresden - Wird der ÖPNV in Dresden schon in wenigen Jahren spürbar günstiger? Nachdem die CDU in ihrem Kommunalwahlprogramm (mittelfristig) ein 365-Euro-Ticket fordert, wollen die Linken sofort loslegen.

Will sich von den Linken nicht hetzen lassen: CDU-Chef Jan Donhauser (50).
Will sich von den Linken nicht hetzen lassen: CDU-Chef Jan Donhauser (50).  © Ove Landgraf

Schon im nächsten Stadtrat könnten die Weichen in Richtung günstiger Jahreskarte (1 Euro pro Tag) gestellt werden.

Konkret soll OB Dirk Hilbert (47, FDP) bereits im Mai beauftragt werden, die "finanziellen, infrastrukturellen und betrieblichen Voraussetzungen für die Einführung der 365-Euro-Jahreskarte in Dresden einzuleiten".

Ab Herbst würde dann eine Lenkungsgruppe die Einführung konkret vorbereiten. Das Ticket selbst käme in etwa vier Jahren.

Wichtige Fakten: Momentan kostet die Abo-Monatskarte 623 Euro im Jahr. Das Angebot nutzen etwa 80.000 Kunden. Weil mindestens diese das günstigere Ticket kaufen würden, zudem einige Auto- und Radfahrer umsteigen würden, entstehen Mindestkosten von 25 Millionen Euro pro Jahr.

Tilo Kießling (48, Linke): "... dann sollen es die Wähler auch jetzt wissen"

Parteichef Jens Matthis (52, Linke) will schon im Mai das 1-Euro Ticket auf die Gleise heben.
Parteichef Jens Matthis (52, Linke) will schon im Mai das 1-Euro Ticket auf die Gleise heben.  © Steffen Füssel

Obendrauf kommen langfristige Kosten für mehr Bahnen, mehr Personal und ein dichteres Netz. "Das Projekt wäre größer als alles andere in den letzten 20 Jahren, wir brauchen daher einen überparteilichen Konsens, der auch nach der Wahl bestehen bleibt", so Linken-Chef Jens Matthis (52).

Dass so ein Ticket prinzipiell machbar ist, zeigt der Blick nach Wien. Dort gibt es seit 2012 eine 365 Euro teure Jahreskarte. Die Zahl der ÖPNV-Nutzer stieg um vier Prozent.

"Das Umdenken in der CDU ist bemerkenswert. Wenn es kein Wahlkampf-Gag ist, dann können wir sofort damit starten. Wenn es vonseiten der CDU nicht ernst gemeint war, dann sollen es die Wähler auch jetzt wissen", so Tilo Kießling (48, Linke).

"Der Weg der Linken ist falsch. Die Kommunalwahl soll zum Bürgerentscheid werden, ob so ein großes Projekt angegangen werden kann. Das kann im Rat nicht nebenbei entschieden werden", so CDU-Chef Jan Donhauser (50).

Linke und CDU fordern ein Billig-Ticket für die DVB. Der Weg dorthin ist umstritten.
Linke und CDU fordern ein Billig-Ticket für die DVB. Der Weg dorthin ist umstritten.  © Norbert Neumann

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