Das passiert, wenn Dirk Hilbert dienstlich e-Golf fährt

Dresden - Vorbildlich! Vor zehn Monaten stieg OB Dirk Hilbert (46, FDP) vom "dreckigen" Phaeton (V8, 335 PS) auf den in Dresden produzierten, umweltfreundlichen e-Golf (136 PS) um. Seither war der OB in Stadt und Umland fast täglich elektrisch unterwegs.

Auch wenn der Ausstieg mühsam ist: Knapp 14.000 Kilometer war der OB in nicht ganz einem Jahr mit seinem e-Golf unterwegs.
Auch wenn der Ausstieg mühsam ist: Knapp 14.000 Kilometer war der OB in nicht ganz einem Jahr mit seinem e-Golf unterwegs.  © Thomas Türpe

14.000 Kilometer stehen inzwischen auf der Uhr. Doch der Öko-Umstieg sollte sich über weite Strecken als Zitterpartie mit kuriosen Abenteuern erweisen.

"Mittlerweile träume ich von Ladesäulen", sagt OB-Fahrer André Birnbaum (49). Maximal 300 Kilometer passen bei "geübten Fahrern" zwischen zwei komplette Ladezyklen. Das reicht im Regelfall für eine Fahrt nach Berlin - allerdings mit Einschränkungen.

Mit 95 Stundenkilometern rollt der OB-Golf deshalb gemächlich über die Autobahn gen Hauptstadt - maximal. Wenn im Sommer die Klimaanlage ein laues Lüftchen liefern soll, muss auf 80 Sachen reduziert werden.

Dennoch helfen warme Außentemperaturen im Allgemeinen: Im Winter läuft die Batterie deutlich schlechter, eine Fahrt nach Berlin wäre ohne Zwischenhalt in Thiendorf nicht möglich.

Bis auf Fernfahrten legt der OB alle dienstlichen Touren mit dem e-Mobil zurück.
Bis auf Fernfahrten legt der OB alle dienstlichen Touren mit dem e-Mobil zurück.  © Thomas Türpe

Ein ständiger Begleiter des OB-Fahrers ist zudem eine kuschelige Decke im Kofferraum: Während der OB auf Empfängen Hände schüttelt, wartet der Fahrer meist eingemummelt im Auto. Denn jedes Grad Heizungswärme leert die Batterie.

OB-Fahrer Birnbaum: "Herr Hilbert kam bislang immer pünktlich ans Ziel und rechtzeitig wieder zurück. Der Planungsaufwand im Hintergrund wächst jedoch." Im Internet suchen die Fahrer nach Ladesäulen und Ausweichmöglichkeiten.

Allerdings ist nie klar, ob die ausgewählte Säule bei Ankunft noch frei ist. In Leipzig ging dieses Glücksspiel schief. OB Hilbert wurde kurzerhand "zwangsweise" zum Shoppen geschickt - der E-Golf hatte noch nicht genug laden können. In Prag fehlte ein Adapter, um die Hotel-Ladesäule nutzen zu können, 15 Stunden lang hing der e-Golf daher an einer regulären Steckdose. Zum Glück wollte Hilbert eh übernachten.

Trotz aller Probleme: "Das Auto fährt sich wunderbar ruhig, die Beschleunigung in der Stadt ist sehr gut, die Ökobilanz stimmt", so Fahrer Birnbaum.

Im Winter wärmt die Decke, falls OB-Fahrer André Birnbaum (49) im Auto wartet.
Im Winter wärmt die Decke, falls OB-Fahrer André Birnbaum (49) im Auto wartet.  © Thomas Türpe
Die Elektro-Tankstelle am Pirnaischen Platz in Dresden.
Die Elektro-Tankstelle am Pirnaischen Platz in Dresden.  © Ove Landgraf
OB Hilbert reiste zum Berliner Diesel-Gipfel im e-Golf an, vor dem Kanzleramt gab es aber keine freie Ladesäule.
OB Hilbert reiste zum Berliner Diesel-Gipfel im e-Golf an, vor dem Kanzleramt gab es aber keine freie Ladesäule.  © Hilbert

Titelfoto: Thomas Türpe


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