Ebbe in der Elbe! Droht jetzt der Weißen Flotte der Ausverkauf?

Dresden - Ebbe in der Elbe: Schon die zweite Saison in Folge werden die Dampfer der Weißen Flotte von chronischem Niedrigwasser in der Elbe lahmgelegt. Und eine Besserung ist in Zeiten des Klimawandels nicht zu erwarten.

Die Sächsische Dampfschiffahrt sitzt auf dem Trocknen - in vielerlei Hinsicht.
Die Sächsische Dampfschiffahrt sitzt auf dem Trocknen - in vielerlei Hinsicht.  © DPA/Robert Michael

Nach einem Bericht der Sächsischen Zeitung fordern erste Eigentümer der Flotte nun den Verkauf der Schiffe. Steht die Traditionseinrichung vor dem Aus?

Schon der Start in die aktuelle Saison war nicht eben rosig. 2018 war ein schlechtes Jahr. Umsatzeinbußen von 2,2 Millionen Euro verzeichnete die Weiße Flotte.

2019 wird nach derzeitigem Wasserstand auch kaum Gewinne in die Kassen spülen. Gewinnauszahlungen an die rund 500 Kommanditisten (Anteilseigner der Gesellschaft) hat es seit Jahren nicht mehr gegeben. Der Gesprächspartner der SZ sieht im Verkauf der Dampfer die "einzige Alternative".

Doch so einfach ist es nicht. In der GmbH & Co KG hält der Freistaat 51 Prozent in der GmbH und vier von sieben Sitzen im Verwaltungsrat der Kommanditgesellschaft. Kurzum: Ohne den Freistaat läuft nichts. Die Schiffe könnten ohnehin nicht einfach verkauft werden, sie stehen unter Denkmalschutz.

Zudem würden die historischen Dampfer beispielsweise auf dem Rhein gar keine technische Zulassung bekommen. "Der Verkauf der Flotte steht derzeit seitens des Unternehmens überhaupt nicht zur Debatte", bestätigt Sprecher Ulf Mehner.

Vom Rathaus ist keine Hilfe zu erwarten

Weil die Flotte aber zunehmend auf dem Trocknen sitzt, sind Neuerungen angedacht. Die Auskunft der Geschäftsführerin Karin Hildebrand (64) zum Gesellschaftertreffen am kommenden Freitag bleibt allerdings schwammig: "Dort werden die Weichen für die Zukunft der Weißen Flotte gestellt, so dass wir unser Geschäft an die neuen klimatischen Rahmenbedingungen anpassen können. Dieses Treffen ist auch der richtige Ort, um über andere und neue Ideen zu sprechen."

Was immer die Eigner am Freitag beschließen werden - vom Rathaus ist keine Hilfe zu erwarten. "Ein finanzielle Unterstützung der Stadt steht derzeit nicht zur Debatte", so Stadtsprecher Kai Schulz.

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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