Käfer, Maden, Schimmel: Das ist Dresdens Ekel-Akte

Dresden - Kekse mit Maden, Fliegenfänger neben Rührbesen, Baumwuchs in der Konditorei: Solche Schweinereien entdeckten amtliche Lebensmittel-Detektive 2017 in Dresdens Küchen, Betrieben und auf Märkten.

Tierärztin Dr. Lillian Raffelt.
Tierärztin Dr. Lillian Raffelt.  © Thomas Türpe

Sie sind bewaffnet mit Lupe, Tupfer und Kühltasche: 25 städtische Lebensmittelkontrolleure, fünf Tierärzte und drei Chemiker prüften 4007 Betriebe (2016: 3 981), darunter Restaurants, Bäckereien, Supermärkte, Imbisse, Schlachthäuser, Obstgroßhändler, Kitas, Krankenhäuser und Eishersteller.

"Die Kontrollen geben Sicherheit, verhindern Missbrauch und bieten Schutz vor Täuschung und Irreführung des Verbrauchers", sagt Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (51, CDU).

Meist unangekündigt führten die Mitarbeiter insgesamt 8228 Kontrollen durch. Sie klapperten auch Messen (etwa Ostermesse, SachsenKrad), Feste (BRN, Stadtfest), Märkte (Frühlings-, Striezelmarkt) und Konzerte (Depeche Mode) ab.

Verstöße gab es in 94 Betrieben (2016: 127), meist wegen mangelnder Hygiene. Die schlimmsten Fälle: Obstfliegen im Auslass einer Eismaschine, uraltes Fett in einer Imbiss-Fritteuse, braunes Keimwasser im Handwaschbecken, Wiener im Schimmel-Kühlschrank, dreckige Tischtücher auf der Lasagne, eine Katze neben dem Zapfhahn, wiederverwendete Plaste-Einwegschalen, Kippen an der Spüle.

Fast jede fünfte Probe beanstandeten die Lebensmittel-Kontrolleure.
Fast jede fünfte Probe beanstandeten die Lebensmittel-Kontrolleure.  © dpa/Jens Büttner

"Das sind Einzelfälle, aber sie kommen vor", so Lillian Raffelt, Abteilungsleiterin im Lebensmittelüberwachungsamt. Ein Bürger meldete lebende Maden auf Keksen, die Kinder in einer Bäckerei gekauft hatten: "Absolut ekelerregend, so was darf nicht sein."

Von 2230 entnommenen Proben wurde fast jede fünfte beanstandet, hauptsächlich wegen Fehlern der Kennzeichnung. Salmonellen-Alarm gab es nur in wenigen Fällen. Die Kontrolleure verteilten 55 Verwarngelder, leiteten 45 Bußgeld- und sogar zwei Strafverfahren (wegen Überschreitung des Verbrauchsdatums und falscher Werbeaussagen) ein.

Die Sünder blechten bis zu 2000 Euro, vier Imbisse und ein Restaurant mussten (vorübergehend) dichtmachen. Hygiene-Fazit: Im Vergleich zu 2016 sind Dresdens Küchen nicht sauberer, aber auch nicht dreckiger geworden.

Diese Lasagne wurde mit dreckigem Tischtuch anstatt mit Frischhaltefolie abgedeckt.
Diese Lasagne wurde mit dreckigem Tischtuch anstatt mit Frischhaltefolie abgedeckt.  © Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Ekel-Alarm: An diesem Auslass einer Eismaschine tummeln sich Obstfliegen.
Ekel-Alarm: An diesem Auslass einer Eismaschine tummeln sich Obstfliegen.  © Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Sogar lebende Maden fanden die Prüfer auf Keksen in einer Dresdner Bäckerei.
Sogar lebende Maden fanden die Prüfer auf Keksen in einer Dresdner Bäckerei.  © Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt

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