Wofür machen Dresdens Stadtteile ihr Geld locker?

Dresden - Im letzten Jahr wurden aus den Ortsämtern Stadtbezirksämter. Verbunden ist das mit einer Direktwahl der Beiräte im Mai und einem eigenen Budget seit diesem Jahr. Zehn Euro stehen seither pro Einwohner und Jahr zur Verfügung.

Stadtbezirksbeirat Edwin Seifert (46, SPD).
Stadtbezirksbeirat Edwin Seifert (46, SPD).  © Eric Münch

In der Altstadt fristet der "Touristengarten" ein trauriges Dasein. Hinter der Prager Straße gelegen, sollen sich hier eigentlich Gäste erholen. Doch die Anlage ist in einem desolaten Zustand. Die Stadt will mit der Sanierung beginnen. Der Stadtbezirksbeirat legt 60.000 Euro drauf. Damit soll eine Plastik, die einst den schönsten Barockgarten der Stadt, den "Türkischen Garten", schmückte, nachgebaut und aufgestellt werden.

"Eine schöne Sache. Wir sind nah dran und können das Geld sinnvoll ausgeben. Wir müssen aber aufpassen, dass die Verwaltung nicht dauerhaft in unsere Schatulle greift, um eigene Finanzlücken zu schließen", so Stadtbezirksbeirat Edwin Seifert (46, SPD).

In Leuben geht es um die Rettung des Andenkens an Otto Hermann Dittrich (1864-1929). Der war einst Gemeindevorsteher. Er baute das "neue Rathaus zu Leuben", war Direktor der Dresdner Vorortbahn und Schulvorstand.

Seine Grabstätte befindet sich jedoch in desolatem Zustand, hätte bereits Anfang des Jahres eingeebnet werden sollen. Jetzt lässt der Stadtbezirk das Grab sanieren und verlängert die Nutzungsrechte um 20 Jahre. Kosten: knapp 5000 Euro.

41.000 Euro fließen in den Alaunpark

Stadtbezirksbeirätin Benita Horst (40, FDP).
Stadtbezirksbeirätin Benita Horst (40, FDP).  © Holm Helis

In der Neustadt werden unter anderem Wege im Alaunpark saniert (41.000 Euro). Auf den Elbwiesen werden im Sommer zwei extragroße Müllcontainer aufgestellt und regelmäßig geleert (7300 Euro).

Für 2000 Euro werden im Carolapark zwei Bänke aufgestellt. "Wir sind handlungsfähiger geworden, ohne die Bezuschussung wäre die Wege-Sanierung wieder liegen geblieben", so Stadtbezirksbeirätin Benita Horst (40, FDP).

Weitere wichtige Projekte: Die historisch wertvollen, aber verstreut gelagerten Bilder des Loschwitzer Fotografen August Kotzsch (1838-1910) sollen digital erfasst werden (4300 Euro). Auch das eilt, weil Dresden-Kenner Ernst Hirsch (82) und Matz Griebel (82) die Bilder noch bewerten sollen.

Das "Bike Areal Dresden" soll 2100 Euro erhalten. Gefördert werden zudem Zschachwitzer Dorfmeile (1500 Euro) und Inselfest Laubegast (6525 Euro).

Im Alaunpark sollen Wege saniert werden. Das Geld dafür macht der Stadtbezirksbeirat locker.
Im Alaunpark sollen Wege saniert werden. Das Geld dafür macht der Stadtbezirksbeirat locker.  © Thomas Türpe
Filmemacher Ernst Hirsch (82) kennt das alte Dresden wie kein Zweiter.
Filmemacher Ernst Hirsch (82) kennt das alte Dresden wie kein Zweiter.  © Thomas Türpe
Das Werk des Loschwitzer Fotografen August Kotzsch (1836-1910) soll digital aufbereitet werden.
Das Werk des Loschwitzer Fotografen August Kotzsch (1836-1910) soll digital aufbereitet werden.  © Wikipedia/August Kotzsch
Hinter der Prager Straße liegt, fast unbekannt, der "Touristengarten". Der Zustand ist momentan desolat.
Hinter der Prager Straße liegt, fast unbekannt, der "Touristengarten". Der Zustand ist momentan desolat.  © Petra Hornig
Das Grab von Otto Hermann Dittrich (1864-1929) wird gerettet.
Das Grab von Otto Hermann Dittrich (1864-1929) wird gerettet.  © Petra Hornig
Aus Mitteln des Stadtbezirksbeirates sollen zwei Personalstellen für das "Bike Areal Dresden" an der Franklinstraße finanziert werden.
Aus Mitteln des Stadtbezirksbeirates sollen zwei Personalstellen für das "Bike Areal Dresden" an der Franklinstraße finanziert werden.  © Norbert Neumann

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