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So lief der Geheimtalk mit Egon Krenz in Dresden

SED-Funktionär spricht auf dem Theaterkahn in geheimer Talkshow

Egon Krenz sprach am Sonntag in Dresden über Deutschland, China und die DDR.

Von Torsten Hilscher

Dresden - Egon Krenz (81) hat noch eine Menge zu sagen: zur Bundesrepublik, zu China, zur DDR sowieso. Am Sonntag hatte der ehemalige SED-Bonze und Erich-Honecker-Nachfolger dazu in Dresden Gelegenheit (TAG24 berichtete) – bei einer zunächst geheim gehaltenen Talkshow, die vor allem durch kaum hörbare Zwischentöne schockte. Eine Analyse.

Egon Krenz (81) war am Sonntag in Dresden.
Egon Krenz (81) war am Sonntag in Dresden.

Den entscheidenden Satz spricht Egon Krenz ganz am Ende: „So lange ich lebe: ich wehre mich gegen eine Entstellung der DDR.“ Denn auch wenn der einstige SED-Generalsekretär auf öffentlichen Podien noch so sehr den selbstkritischen, gescheiterten Staatschef hervorkehrt, der nun bewusst als Bundesbürger lebt, der auch kosmopolitisch zu denken vermag, am Ende bleibt doch Krenz auf ewig-gestriger Mission: den DDR-Machtapparat zu rechtfertigen.

Da helfen auch keine noch so großmütigen Schlenker zu Westpolitikern vorwiegend der SPD, die sich zum Ende der DDR an die SED ranwanzten, oder zu Franz Josef Strauß.

Das Podium für seine Äußerungen boten Krenz anders als noch vor einem Jahr in Heidenau keine linken Splittergruppen, sondern die Veranstalter der Stiftung Frauenkirche. In deren Reihe „Brüche“ wiederum kommen vor allem Zeitzeugen zu Wort. Schauplatz: der Theaterkahn am Elbufer.

Gast diesmal war neben Krenz Hans Otto Bräutigam (87), früher als Ständiger Vertreter der Bundesrepublik in der DDR quasi Botschafter. Nach der Wiedervereinigung fungierte er als Justizminister in Brandenburg. Die Veranstaltung moderierten mit Frank Richter (57) als Stiftungsdirektor und Hans-Joachim Maaz (75) zwei ehemals bürgerbewegte DDR-Geprägte. Der Psychoanalytiker Maaz war 1990 mit seinem Buch „Gefühlsstau“ bekannt geworden.

In einer geheimen Talkshow redete der ehemalige SED-Funktionär über die Bundesrepublik, China und die DDR.
In einer geheimen Talkshow redete der ehemalige SED-Funktionär über die Bundesrepublik, China und die DDR.

Weil eine ähnliche Veranstaltung mit Krenz und Bräutigam 2016 in Westdeutschland nach Protesten ausfallen musste, waren die ausschließlich geladenen Gäste in Dresden zu Stillschweigen angehalten worden.

Krenz beklagt zunächst, dass die DDR heute nur vom Ende her, also schlimm, dargestellt werde. Dabei müsse auf die Anfänge geschaut werden. Auf jene Zeit, als es allein um reinen Antifaschismus gegangen wäre. Die sofortige Intervention von Maaz, warum sich aber ein solcher Staat, der sich die Abschaffung der Unterdrückung auf die Fahnen schrieb, so schnell gegen die eigenen Menschen gestellt habe, bleibt unbeantwortet.

Wie auch alle weiteren Fragen zum Thema Humanität. Genau aber diese Rolle hatte sich Maaz für die Talkrunde vorgenommen: zu hinterfragen, warum die DDR-Führung derart und dauerhaft an den Menschen vorbei, über die Menschen hinweg regierte. Warum vor allem die Mächtigen, so wie es Bräutigam berichten wird, hinter den Kulissen ausführlich miteinander redeten, aber die Bürger beider deutscher Staaten „Feinde“ spielen mussten, wie es Maaz formuliert. Nur zu diesem gestanzten Satz lässt sich Krenz hinreißen: „Dass es Unrecht gegeben hat trifft mich bis heute. Das tut mir leid.“ Um sofort hinter herzuschieben: „Aber die DDR darf nicht auf Repression reduziert werden.“

Auch Hans Otto Bräutigam (87), der frühere Ständige Vertreter der Bundesrepublik, war vor Ort.
Auch Hans Otto Bräutigam (87), der frühere Ständige Vertreter der Bundesrepublik, war vor Ort.

Dass aber genau Ausprägungen davon, nämlich Unmündigkeit der Bürger, Meinungsvorgaben, eben diese Bürger auf die Straße trieb und den Staat satt haben ließen, fehlt Krenz als Erkenntnis. Er hat dagegen – „beim Nachdenken seit 1990“ - herausgefunden: „Es war die Arbeitsproduktivität, die die DDR zugrunde gehen ließ. Sonst wäre es vielleicht anders gekommen.“ Mitverantwortung? Keine Spur.

Dafür heftet er sich den unblutigen Verlauf der „Wende“-Tage im Oktober/November an, was, selbst wenn es historisch zutrifft, immer nach Gnadenakt klingt, zumal aus dem Mund jenes Egon Krenz, der noch im Sommer 1989 die blutige „chinesische Lösung“ kurz zuvor auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking lobte. Noch heute ist er ein China-Fan, wovon ein Buch aus seiner Feder zeugt und das Ideal, dort durchaus leben zu können.

Erwartungsgemäß erhält auch das vermeintlich bedrängte Russland Unterstützung: Gerade mit Blick auf die vorangegangenen Weltkriege sei es ein Unding, dass heute wieder deutsche Panzer an der russischen Grenze stünden. Kein Wort von der besetzten Krim oder dem verängstigten Polen. „Vulgärpazifismus“ murmelt jemand im Publikum. Die Mehrheit aber jubelt.

Ganz subtil, aber doch bestimmt landet dann Krenz auch innenpolitisch im Heute: Wie 1989 herrsche wohl eine Ohnmacht im Volk, „die Regierenden wissen zum Teil nicht, wie die Lage ist“. Dann sagt er laut: „Die Führung ist heute, finde ich, genauso schlecht wie 1989.“ Maaz ist entzückt. „Da bin ich nun mal ganz bei Ihnen, Herr Krenz.“ Der Moderator und Krenz üben sich in der Disziplin „Verächtlich-machen“, die in Politkabarett gipfelt: Krenz, der mal Chef der Freien Deutschen Jugend war, wie alle im Saal wissen, lästert über Angela Merkel, dass diese eine „gute FDJlerin war“. Gejohle. Krenz hat die skeptische Stimmung zu seinen Gunsten gedreht. Er feuert nun reihenweise sympathieheischende Sätze ab.

Fazit: Ein Mann wie Krenz kommt inzwischen als Unikum daher, als „Museumsstück“, wie er selbst sagte. Doch der alte Genosse hat noch immer Biss. Er ist mit seinen klugen versteckten Gedankengängen (Dialektik!) bei eher mittelklassiger Rhetorik weiter ernst zu nehmen. Denn Leute wie Krenz, die einst auf der vermeintlich richtigen Seite standen, arbeiten weiter systematisch an der Aushöhlung demokratischer Errungenschaften – in der Maske eines Friedensbotschafters. Dass ausgerechnet kritische Geister wie Maaz in ihren wachsenden Zweifeln an der Bundesrepublik Krenz beifällig zunicken, stimmt bedenklich. Denn Maaz‘ Tendenz und Art, die jetzige Entwicklung als schwere Krise hinzustellen, ja die Bundesrepublik selbst als quasi mehr und mehr unfähig zu sehen, rückt ihn in die Nähe neurechter Denker, wie inzwischen erstaunlicherweise mehr und mehr aus den Reihen ehemaliger Bürgerrechtler kommen. Doch damit eröffnet sich eine Querfront, die vor allem einem schadet: der Demokratie.

Der böse Witz daran: ewig Gestrige wie Krenz können sich ins Fäustchen lachen. Denn kämen sie durch, hätten sie am Ende doch gewonnen – sei es auch mit ganz neuen Alliierten von rechts. Doch nur darum geht es Krenz & Co.: um die Macht, nicht um die Menschen. Wiedermal.

Fotos: Steffen Füssel, Steffe

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