Töchter missbraucht, Kinderpornos gehortet: Kraftfahrer in Dresden verurteilt

Dresden - Fünf Jahre und zehn Monate Haft muss Thomas G. (55) hinter Gitter. Das Landgericht Dresden verurteilte den Kraftfahrer am Dienstag zu dieser Haftstrafe, weil er seine Tochter und Stieftochter missbrauchte und tausende Kinderporno-Dateien hortete (TAG24 berichtete).

Kraftfahrer Thomas G. (55) muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs am Landgericht verantworten.
Kraftfahrer Thomas G. (55) muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs am Landgericht verantworten.  © Peter Schulze

"Wir rechnen ihnen ihr Geständnis hoch an. Damit haben sie den Opfern die Aussagen im Prozess erspart", sagte der Richter zum Verurteilten.

Allerdings gab es auch kaum etwas zu bestreiten: Seine Tochter (17) hatte bei ihm im Februar übernachtet. Die junge Frau wurde wach, weil der eigene Vater mit ihr den Geschlechtsverkehr vollzog...

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Kraftfahrer jahrelang auch die Stieftochter (heute 26) missbrauchte.

Diese Taten begannen 2001, nachdem sich Thomas G. von der Kindsmutter getrennt hatte, die Kleinen aber 14-tägig betreute. Beim ersten Mal war das Mädchen 8 Jahre alt.

Seine Taten fotografierte der Angeklagte, die Aufnahmen fand die Kripo. Schwerlich, solche Beweise abzustreiten.

Außerdem fanden sich bei der Hausdurchsuchung beim Kraftfahrer 20.472 Dateien mit kinderpornografischem Inhalt. Auch ein Fakt, der sich kaum wegdiskutieren lässt.

Psychische Probleme bei den Opfern

Auch, wenn die Stieftochter "nur" informatorisch vom Gericht befragt wurde und die Tochter gar nicht mehr aussagen musste, war im Prozess deutlich zu spüren, wie belastend die Taten bis heute für die Opfer sind: Das Familienband zerrissen, die jungen Frauen mit psychischen Problemen behaftet, eine verzweifelte Mutter.

Denn die Vorwürfe, dass Thomas sich an einem der Kinder vergreift, standen schon vor Jahren im Raum. "Ich habe damals meinem Kind nicht geglaubt", so die Mutter. "Das verzeihe ich mir nie."

Immer wieder flossen deshalb im Prozess Tränen. Thomas G. dagegen nahm das Urteil fast reglos entgegen.

Titelfoto: Peter Schulze

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