In Dresden wird die Elbe untertunnelt: Der Grund überrascht

Dresden - Nur wenige Meter von der Autobahnbrücke der A4 entfernt ist momentan schweres Gerät aufgefahren. Auf insgesamt 500 Meter Länge wird die Elbe in sieben Meter Tiefe untertunnelt. Der Grund dafür überrascht.

Etwa auf Höhe der Autobahnbrücke wird momentan die Elbe für eine Abwasserleitung untertunnelt.
Etwa auf Höhe der Autobahnbrücke wird momentan die Elbe für eine Abwasserleitung untertunnelt.  © Steffen Füssel

Weil die Region Wilsdruff immer weiter wächst, war die dortige Kläranlage an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Der Abwasserzweckverband "Wilde Sau" hat daher entschieden, die eigenen Systeme über eine 12,5 Kilometer lange Abwasserleitung an die Kläranlage Kaditz der Stadtentwässerung Dresden anzuschließen.

Ursprünglich sollte die Leitungsstrecke komplett oberirdisch aufgebaggert werden. Doch dann hätten auch die Elbwiesen aufgebuddelt werden müssen. Zudem hätte ein Baggerschiff umständlich die Elbe ausgraben müssen.

Weil das niemand wollte, steht jetzt auf Höhe des Elberadweges eine riesige Bohrspülanlage. Die kann mit bis zu 250 Tonnen Druck einen riesigen Bohrer durch das Festgestein (Pläner) unter der Elbe jagen. "Durch exakte Ortungssysteme ist zudem sichergestellt, dass kein Metall, also etwa eine Bombe, im Weg liegt", so Henry Stuke (54) von der Firma Beermann Bohrtechnik.

Vier Tage hat die Maschine gebraucht, um eine 300 Millimeter große Pilotbohrung fertigzustellen. Momentan sind die Bohrer dabei, den Kanal auf die endgültige Breite von 650 Millimetern aufzuweiten.

Im Anschluss daran wird das Rohr eingezogen. Bis Frühsommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die komplette Baumaßnahme kostet inklusive der 12,5-Kilometer-Leitung und einem Pumpwerk zehn Millionen Euro, die Elbunterführung (Dückerung) alleine schlägt mit 1,4 Millionen zu Buche.

Henry Stuke (54) von der Firma Beermann Bohrtechnik überwacht die komplizierten Arbeiten.
Henry Stuke (54) von der Firma Beermann Bohrtechnik überwacht die komplizierten Arbeiten.  © Steffen Füssel
Mit maximal 250 Tonnen Druck, aktuell werden lediglich 30 Tonnen Druck benötigt, wird der Bohrer in den Untergrund geschoben.
Mit maximal 250 Tonnen Druck, aktuell werden lediglich 30 Tonnen Druck benötigt, wird der Bohrer in den Untergrund geschoben.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Steffen Füssel