Grillen und Picknick: Am Elbufer sieht's aus wie Sau

Dresden - War das ein schönes Wochenende. Tausende Dresdner strömten wieder an die Elbe zum Grillen, Picknicken, Sonnenbaden.

So sieht es an vielen Stellen entlang der Elbe aus: Grill-Fans lassen ihren Müll oft einfach liegen.
So sieht es an vielen Stellen entlang der Elbe aus: Grill-Fans lassen ihren Müll oft einfach liegen.  © Norbert Neumann

Kehrseite der Medaille: Danach sah's auf den Elbwiesen und im Uferbereich wieder mal aus wie Sau: Leere Bierpullen, kaputte Wodkaflaschen, benutzte Pappteller, achtlos liegengelassene Einweg-Grills. Jetzt fordern Politiker deutlich strengere Kontrollen.

Sonntagfrüh früh ging die Brutzelei wieder weiter. Dirk J. (23) hat gegen 11 Uhr unterhalb der Albertbrücke mit Freunden seinen mitgebrachten Grill aufgebaut und angefeuert. Mit dabei: Kohle, Pappteller und volle Kühltaschen - reichlich potentieller Müll. Immerhin: Die Truppe hat extra Abfallbeutel mitgebracht.

Was die Freunde aber angeblich nicht wussten: An dieser Stelle ist zündeln grundsätzlich verboten. Nur an vom Rathaus freigegeben Stellen darf gegrillt werden (Infos: www.dresden.de).

Verstöße dagegen sind seit Jahren ein ständiges Ärgernis und können zumindest theoretisch hart bestraft werden: Bis zu tausend Euro Bußgeld drohen.

Tanja Dashuk (28, r.) und Hanna Baradzina (30, l.) genießen die Sonnenstrahlen am Elbufer, trotz herumliegender Abfälle.
Tanja Dashuk (28, r.) und Hanna Baradzina (30, l.) genießen die Sonnenstrahlen am Elbufer, trotz herumliegender Abfälle.  © Norbert Neumann

Genauso ärgerlich sind die Hinterlassenschaften vieler Grillfreunde. "Es nervt total, wenn man hier entspannen will und lauter Abfälle rumliegen", Tanja Dashuk (28), die gestern am Elbufer ein Sonnenbad nahm. Die Studentin hat deshalb erst vor zwei Wochen bei der Elbwiesenreinigung selbst mit angepackt. Binnen Stunden wurden dabei 9,5 Tonnen (!) Abfall zusammen getragen. Aber: "Einen Tag später wollten wir am Elbufer feiern, da lag schon wieder lauter Müll rum", so die 28-Jährige frustriert.

Wenn's nach Politikern wie Fabian Wendt (31) vom SPD-Ortsverein Striesen geht, soll sich das jetzt ändern. Seine Forderung: Das Ordnungsamt soll öfter zu abendliche Kontrollen ausrücken. Im vergangenen Jahr wurden fast 500 illegale Griller angezeigt.

Außerdem dringend geboten: deutlich mehr Abfalleimer. Heute würden die sich schon bewähren können. Am Abend zum 1. Mai werden wieder jede Menge Ufergäste mit vollen Provianttaschen und Bierkisten erwartet...

Nirgendwo feuern Dresdner ihren Grill lieber an als an der Elbe.
Nirgendwo feuern Dresdner ihren Grill lieber an als an der Elbe.  © Norbert Neumann
Auch auf der Wiese unweit des Finanzministeriums wird gegrillt. Und anschließend nichts weggeräumt.
Auch auf der Wiese unweit des Finanzministeriums wird gegrillt. Und anschließend nichts weggeräumt.  © Norbert Neumann
Fabian Wendt (31), Vorstand eines SPD-Ortsvereins.
Fabian Wendt (31), Vorstand eines SPD-Ortsvereins.

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