Er wollte seinen Freund befreien: Sportstudent stach Hünen nieder

Dresden - Als es im Studentenviertel Stress gab, floss sogar Blut.

Tibor S. (23) musste sich Dienstag vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.
Tibor S. (23) musste sich Dienstag vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.  © Steffen Füssel

Auf dem Heimweg vom "Club Mensa" bekamen Student Tibor S. (23) und seine zwei Freunde auf der Fritz-Löffler-Straße Ärger. Sie trafen auf Abrissarbeiter Philipp U. (35), der zuvor im "GAG 18" nach eigenen Angaben acht Bier getrunken haben soll.

"Er hat uns plötzlich von hinten attackiert", erinnert sich Tibor S. vor Gericht. Philipp U. (126 Kilo auf 1,93 Meter) brachte alle drei zu Fall. Anschließend kniete sich der Hüne auf einen der am Boden liegenden Studenten.

Um seinen Kumpel zu befreien, zückte Tibor ein Klappmesser, rammte es dem Angreifer mehrmals in den Rücken. "Ich hatte Todesangst um meinen Freund! Ich wusste mir nicht anders zu helfen", so der Sportstudent.

Audi-Fahrer liefert sich Verfolgungsjagd mit der Polizei und fährt Jogger um
Gerichtsprozesse Dresden Audi-Fahrer liefert sich Verfolgungsjagd mit der Polizei und fährt Jogger um

"Ich kann mich an nichts erinnern, außer dass ich im Krankenhaus wieder wach geworden bin", so der Abrissarbeiter. Auch nicht daran, warum er das Trio angegriffen hat.

Philipp U. wurde durch die Messerstiche lebensbedrohlich verletzt. Einer ging durch bis zur Lunge. Nur eine Not-OP konnte das Leben des Mannes retten. Auch Tibor S. landete in der Klinik. Beim Zustechen schnitt er sich fast den kleinen Finger ab.

Das Verfahren gegen Tibor S. wurde vorläufig eingestellt, ein Täter-Opfer-Ausgleich angeregt.

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden: